Der Vorsitzende der Euro-Arbeitsgruppe (Euro Working Group), Thomas Wieser, hat Spekulationen über einen neuen Schuldenschnitt in Griechenland zurückgewiesen. In den Gesprächen mit Vertretern der sogenannten "Troika" aus der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sei von einem Schuldenschnitt keine Rede gewesen, sagte Wieser am Mittwoch dem "Deutschlandradio Kultur". Die Euro Working Group ist ein Expertenteam, das Sitzungen der Finanzminister vorbereitet.
"Insofern denke ich, dass das Pressezitate sind, die im Rundlauf sich gegenseitig zitieren, ( ... ) aber mit den Arbeiten der Troika nichts zu tun haben", wird der EU-Spitzenbeamte Wieser bezüglich eines angeblichen Schuldenschnitts zitiert. Wegen des starken Konjunktureinbruchs werde allerdings "ein flacher Anpassungspfad" für Griechenland erwogen. Obwohl die griechische Regierung "im fiskalpolitischen Bereich enorme Anstrengungen" unternommen habe, entstehe der Eindruck, das Land trete auf der Stelle, sagte Wieser weiter. Deshalb sei es derzeit schwierig, notwendige Privatisierungen durchzuführen.
Die Euro-Finanzminister beraten gegen Mittag über weitere Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland. In einer extra angesetzten Telefonkonferenz wollen die Minister Optionen diskutieren, wie Athen zusätzliche Unterstützung erhalten kann. Entscheidungen werden nicht erwartet - diese dürften erst bei dem regulären Treffen am 12. November fallen./jkr/hbr
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