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MÄRKTE EUROPA/Stabilisierungstendenzen

Von Herbert Rude

FRANKFURT--Die europäischen Finanzmärkte können sich nach den Rückschlägen der vergangenen Woche stabilisieren. Am Aktienmarkt tendiert der DAX mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 7.176 Punkte gut behauptet, der Euro-Stoxx-50 gibt leicht nach auf 2.475 Zähler. Der Euro liegt knapp über 1,27 Dollar, nachdem er diese Marke am Freitag kurz unterschritten hatte und auf ein Zweimonatstief gefallen war. Etwas gestützt wird die Stimmung von guten Daten zu den chinesischen Exporten, die im Oktober zum zweiten Mal in Folge gestiegen sind.

Hauptthema bleibt aber Griechenland. "Egal, wie man es dreht und wendet. Griechenland braucht mehr Geld", sagt Michala Marcussen, Chefvolkswirtin der Societe Generale. Griechenland muss diese Woche fällige Kredite über 5 Milliarden Euro zurückzahlen, Anleger bleiben deshalb vorsichtig. Das Parlament in Athen hat zwar in der Nacht dem Sparhaushalt mit solider Mehrheit zugestimmt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht aber nicht davon aus, dass auf dem EU-Finanzministertreffen in Brüssel die dringend benötigte Tranche über 31,5 Milliarden Euro freigegeben wird. Die Ergebnisse des EU-Finanzministertreffens könnten im Tagesverlauf noch für größere Bewegungen sorgen.

Klaus Regling, Geschäftsführender Direktor des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), hat unterdessen vor erneuten Unruhen an den Finanzmärkten gewarnt. Bei den notwendigen Anpassungsmaßnahmen in Südeuropa sei etwas mehr als die Hälfte geschafft. Sie seien unvermeidlich und kosteten Wachstum.

Für Unsicherheit sorgt aber auch die Fiskalklippe sowie die Gefahr weiterer Rating-Herunterstufungen in den USA. In der laufenden Woche wird sich der wiedergewählte Präsident Obama mit Vertretern von Demokraten und Republikanern zu Beratungen treffen. Die meisten Beobachter rechnen zwar mit einer Einigung - möglicherweise aber erst in letzter Minute. Ohne Einigung würden die USA 2013 wieder in die Rezession zurückfallen.

Auf der Gewinnerseite ganz oben stehen die Aktien von Telecom Italia mit einem Plus von gut 6 Prozent auf 0,73 Euro. Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris will nach einem Bericht des Wall Street Journal mit rund fünf Milliarden Euro bei der Gesellschaft einsteigen. Dies würde beim gegenwärtigen Marktwert einem Anteil von rund 30 Prozent entsprechen. Das Angebot soll bereits vergangene Woche dem Vorstand vorgelegt worden sein.

Am deutschen Markt erholen sich die Aktien der Commerzbank um 2,7 Prozent von der Talfahrt der vergangenen Tage. Die Titel von E.ON gewinnen 1,3 Prozent auf 16,71 Euro, der Energieversorger wird am Dienstag seinen Quartalsbericht vorlegen. Die Klöckner-Aktie steigt um 4,9 Prozent, nachdem die Analysten der BNP Paribas den Titel auf "Outperform" erhöht haben.

Die Aktien von Deutsche Wohnen reagieren positiv auf gute Quartalszahlen. Für das Papier geht es um 2,1 Prozent nach oben auf 14,22 Euro. Das Unternehmen hat den Ausblick angehoben. Auf der anderen Seite geben EADS-Aktien um 1,6 Prozent nach. "Boeing kann dieses Jahr zum ersten Mal seit sechs Jahren mehr Aufträge als EADS verbuchen - das drückt", sagt ein Händler.

INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       2.479,07   -0,03% 
Stoxx-50            2.520,46   -0,05% 
DAX                 7.182,04   +0,26% 
FTSE                5.781,25   +0,20% 
CAC                 3.420,09   -0,10% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future           143,09     -20 
 
DEVISEN   zuletzt   +/- %  Fr, 18.00 Uhr 
EUR/USD    1,2717  -0,39%        1,2720 
EUR/JPY  100,9917  -0,53%      101,1049 
EUR/CHF    1,2057  -0,01%        1,2058 
USD/JPY   79,4150  -0,15%       79,4915 
GBP/USD   1,5895   -0,63%        1,5916 
DJG/hru/gos 

(END) Dow Jones Newswires

November 12, 2012 06:06 ET (11:06 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

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