(neu: Aussagen Vorstandschefs zu Problemen mit Zulieferern, USA-Probleme, Aktienkurs)
HAMBURG (dpa-AFX) - Das Sparprogramm zahlt sich beim
Windanlagenhersteller Nordex
Damit übertraf Nordex die Erwartungen von Analysten. Die Aktie legte bis zum späten Vormittag mehr als 6,5 Prozent zu und war der mit Abstand beste Wert im TecDax. Anleger ignorierten dabei die Probleme des Unternehmens mit seinen Zulieferern, die auf die Gewinnmargen drücken.
MARGE AM UNTEREN ENDE DER SPANNE ERWARTET
Einige Nordex-Partner können nämlich in der zweiten Jahreshälfte, in der das Windgeschäft traditionell stark anzieht, Rotorblätter und Türme nicht pünktlich liefern. Das führt zu einem Mehraufwand, den Nordex-Chef Jürgen Zeschky auf 20 Millionen Euro beziffert. Deshalb erwartet das Management im Gesamtjahr auch nur noch eine operative Gewinnmarge von rund einem Prozent. Bislang hatte es 1 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt. Zeschky betonte, die Zulieferprobleme konsequent angehen zu wollen. Nicht zuverlässige Partner würden notfalls aussortiert.
An seiner Umsatzprognose von 1 bis 1,1 Milliarden Euro hielt der Vorstand fest. Damit würde das Unternehmen erstmals seit 2009 wieder die Milliardenmarke knacken. Beim Auftragseingang will Nordex wie im Vorjahr 1,1 Milliarden Euro erreichen. Wegen einiger Verschiebungen lagen die Bestellungen nach neun Monaten mit rund 640 Millionen Euro noch fast zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich dafür machte das Unternehmen Unsicherheiten über die Förderungspläne in einzelnen Ländern. Im Oktober und November seien einige der erwarteten Aufträge nun aber eingegangen.
GUTE GESCHÄFTE IN EUROPA
Im dritten Quartal profitierte Nordex von einer gestiegenen Auslastung in seinen Werken. Mit dem Gewinn im Sommer machte das Unternehmen auch den Fehlbetrag der ersten Jahreshälfte wett. Nach neun Monaten schlägt nun ein operativer Gewinn von 2,3 Millionen Euro zu Buche. Dazu trugen auch Stellenstreichungen, die Konzentration aufs Kerngeschäft mit der Aufgabe der Offshore-Pläne und die Senkung von Kosten bei Zulieferern bei.
Vor allem in Europa erzielte das Unternehmen gute Geschäfte. Dagegen machte es in Asien einen Verlust und fuhr in den USA nur ein fast ausgeglichenes Ergebnis ein. Wie es in beiden Regionen weitergeht, will Nordex noch in diesem Jahr entscheiden. Vorstandschef Zeschky ließ zunächst offen, ob die Werke in China und den USA auf der Kippe stehen. "Wir suchen nach Lösungen, wie wir uns dort künftig aufstellen", sagte Zeschky.
TRAUERSPIEL IN DEN USA
Besonders die USA sind für Nordex eine Enttäuschung. Angesichts des Gas- und Ölbooms in dem Land, der die Strompreise in Rekordtiefen gerissen hat, erlischt dort das Interesse an erneuerbaren Energien. Noch mildern allerdings Vorzieheffekte bei den Investoren von Windanlagen derzeit die erwarteten Einbrüche ab. In Erwartung auslaufender Steuervergünstigen versuchen einige Investoren noch in diesem Jahr, sich die alten Konditionen zu sichern und ihre Anlagen in den USA zu installieren.
Doch von der Sonderkonjunktur kann Nordex mit einem Marktanteil von gerade einmal rund vier Prozent wenig profitieren. Im kommenden Jahr sieht es dann ganz düster aus. Zeschky rechnet damit, dass der US-Markt von 11 auf 3 Gigawatt einbrechen wird - unabhängig davon, ob die Regierung Obama die Steuervorteile doch noch verlängert.
NEUE ANLAGEN MACHEN MUT
Insgesamt schlägt sich Nordex aber besser als etwa der dänische
Weltmarktführer Vestas
Große Hoffnungen setzt Nordex auf seine neu entwickelte Turbine N117/2400, die speziell für geringe Windgeschwindigkeiten entwickelt wurde. Anfang November gab Nordex bekannt, dank der guten Aussichten für die neue Windmühle im nächsten Jahr sogar wieder 130 neue Mitarbeiter am Hauptproduktionsstandort in Rostock einzustellen. Laut den im September vorgestellten längerfristigen Zielen will Nordex bis 2015 den Umsatz auf 1,5 Milliarden Euro steigern und dabei eine operative Marge von mehr als 5 Prozent erwirtschaften./enl/jke/fbr
ISIN DK0010268606 DE000A0D6554
AXC0181 2012-11-13/12:37
