Der Platinpreis bleibt vorerst auf der Suche nach einer klaren Richtung. Dabei gibt es starke Kräfte, die ihn in verschiedene Richtungen zerren. Die unsichere Arbeitssituation in den Platin-Minen Südafrikas beispielsweise droht das Angebot weiter zu verknappen. Auf der anderen Seite könnte die schwache Konjunktur für eine abnehmende Nachfrage des Edelmetalls aus der Automobilindustrie sorgen.
Lange Zeit genoss Platin gegenüber Gold eine Vormachtstellung auf dem Markt für Edelmetalle. Diese Situation änderte sich im September 2011, als der Kurs für eine Feinunze Gold erstmals seit Anfang der 1990er-Jahre höher tendierte als der Preis für eine Feinunze Platin. Gold hat seine jüngste Stärke vor allem der expansiven Geldpolitik der internationalen Notenbanken, allen voran der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), zu verdanken. Die erhöhten Inflationserwartungen lassen Gold als einen so genannten "sicheren Hafen" immer attraktiver werden.
Auch Platin kann, wie viele andere Edelmetalle und Rohstoffe, von der Politik des billigen Geldes der Notenbanken profitieren. Allerdings gibt es einige Aspekte, die die Ausschläge beim Platinpreis in der jüngsten Zeit haben sehr deutlich ausfallen lassen. Platin hat beispielsweise eine wesentlich größere Bedeutung in der Industrie, da es einige sehr positive Eigenschaften wie eine leichte Verformbarkeit besitzt. Ebenso verfügt es über eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Ein sehr großer Abnehmer von Platin ist daher die Automobilindustrie, in der das Edelmetall vor allem im Bereich von Katalysatoren zum Einsatz kommt. Jedoch hat die jüngste Schwäche der ...
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