Thomas Rudy rechnet erst kurz vor Jahresende mit einer Entscheidung: "Ich denke, wir sind immer noch in der Gesprächsphase. Über die Feiertage werden sich die Parteien trennen und sich danach wieder hinsetzen mit einem konkreten Plan. Zwei, drei Tage vor der Ablauffirst werden wir eine Entscheidung haben." In dieser Woche schauen die Märkte vor allem auf den Einzelhandel und die persönlichen Einkommen und Ausgaben, so Rudy: "Uns interessiert natürlich wie das Weihnachtsgeschäft in der letzten Woche läuft. Da werden hoffentlich noch einmal schwarze Zahlen geschrieben. Das Verbrauchervertrauen ist natürlich vom Hurrikan und der Fiskal-Klippe beeinflusst. Wichtig sind aber die persönlichen Einkommen und Ausgaben. Wir wollen sehen, dass die Leute wieder ein bisschen mehr Geld ausgeben und dadurch die Wirtschaft beflügeln." Die Entscheidung der Fed, den Leitzins an die Arbeitslosenquote zu koppeln, sieht Rudy skeptisch: "Die US-Wirtschaft steht eigentlich ganz gut da. Ich denke, dass die Fed zu viel tut. Es fließt zu viel Geld in den Markt. Was Bernanke da macht, ist absolut gefährlich. Es ist ein Experiment, dessen Nebeneffekt man noch überhaupt nicht kennt." Kaufempfehlungen für Weihnachten gibt Rudy diesmal keine: "Ich kann diese Woche keinen Titel empfehlen. Die Fiskal-Klippe ist ein makroökonomisches Ereignis. Das wird jeden Titel beeinflussen", so Thomas Rudy in Inside Wall Street.
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.
Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.
Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.
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