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MÄRKTE EUROPA/Spekulanten drücken Spaniens Aktien nach unten

Von Benjamin Krieger

Stabile Aktienkurse europaweit - nur nicht in Madrid. Während solide Konjunkturdaten aus China für leichte Kursgewinne sorgen, nehmen spekulative Anleger die Aufhebung des Verbots von Leerverkäufen in Spanien zum Anlass, den Markt nach unten zu drücken. Der spanische Leitindex IBEX büßt 1,5 Prozent ein. Der DAX steigt dagegen um 0,3 Prozent auf 7.800 Punkte und auch die anderen europäischen Börsen melden leichte Kursgewinne.

Nach der Aufhebung des Verbots von Leerverkäufen dürfen sich Anleger dort wieder Aktien leihen und diese am Markt verkaufen in der Erwartung fallender Kurse. Geht die Rechnung auf, kaufen sie die Aktien später zu niedrigeren Kursen am Markt zurück und erzielen damit einen Gewinn. Vor allem spanische Bankenaktien wie BBVA, Santander und Bankinter leiden unter dieser Handelsstrategie und büßen zwischen ein und drei Prozent ein.

Gute Nachrichten kommen dagegen aus China. Der von der britischen Bank HSBC ermittelte Einkaufsmanager-Index für China ist im Januar in zweiter Lesung auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Der Leitindex der Börse in Schanghai stieg daraufhin um 1,4 Prozent. Weil aber am Nachmittag mit dem US-Arbeitsmarktbericht das konjunkturelle Highlight der Woche und damit ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor ansteht, dürften die Gewinne an Europas Börsen überschaubar bleiben.

Am Nachmittag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium den offiziellen Bericht für Dezember. Das im Handelsjargon auch Payrolls genannte Zahlenwerk könnte Aktien, Währungen und Anleihen kräftig in Bewegung bringen. Erwartet wird ein Anstieg der Beschäftigung um 166.000 Stellen und eine Stagnation der Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent.

An den Devisenmärkten ist der Yen unter Druck geraten. In Japan schwächelt die private Nachfrage. Die japanischen Haushalte haben im Dezember im Vergleich zum Vorjahr 0,7 Prozent weniger Geld ausgegeben. Volkswirte hatten im Konsens mit unveränderten Ausgaben gerechnet. Mit 92,30 Yen ist der Dollar zur japanischen Währung auf den höchsten Stand seit Juni 2010 gestiegen. Der Euro hat zum Yen mit 125,82 Yen auf den höchsten Stand seit Mai 2010 aufgewertet. Auch zum Dollar legt der Euro zu und steigt über die Marke von 1,36 Dollar.

Am deutschen Aktienmarkt steht der Börsengang von LEG Immobilien im Blickpunkt. Der erste Kurs lag mit 44,50 Euro noch über dem Ausgabepreis von 44 Euro. Doch mittlerweile ist die Aktie auf 43,85 Euro abgerutscht, ein Minus von 0,3 Prozent. Die LEG wird mit einer Marktkapitalisierung von 2,3 Milliarden Euro der größte deutsche Immobilienwert. Verkauft haben die Aktien der zu Goldman Sachs gehörende Fonds Whitehall und Perry Luxco.

Wertberichtigungen sind bei den Banken weiterhin das Thema Nummer eins. Nach der Deutschen Bank hat nun auch die Credit Agricole im vierten Quartal rund 2,7 Milliarden Euro abschreiben müssen. Das schockt Anleger wie schon bei der Deutschen Bank jedoch nicht, die Aktie der Credit Agricole steigt sogar um ein Prozent.

Höhere Kursziele und Hochstufungen durch Banken verhelfen der Infineon-Aktie zu einem deutlichen Plus von 2,8 Prozent. Gesucht sind nach dem chinesischen Einkaufsmanager-Index konjunktursensible Titel wie HeidelbergCement und ThyssenKrupp.

Papiere der BT Group verteuern sich in London um 4,4 Prozent, nachdem der Telekomkonzern mit guten Ergebnissen aufgewartet hat. In Paris fallen die Aktien des Luxusgüterherstellers LVMH um 1,8 Prozent. Die Franzosen leiden nach Einschätzung der Bank Nomura unter niedrigen Margen.

=== 
DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Do, 17.34 Uhr 
EUR/USD    1,3630  +0,3%    1,3587         1,3581 
EUR/JPY  125,5678  +0,7%  124,6526       123,8379 
EUR/CHF    1,2390  +0,2%    1,2366         1,2363 
USD/JPY   92,1650  +0,5%   91,7290        91,1815 
GBP/USD    1,5853  -0,0%    1,5859         1,5852 
=== 

Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

DJG/bek/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 01, 2013 03:54 ET (08:54 GMT)

Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.

© 2013 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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