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MÄRKTE EUROPA/Börsen lecken Wunden nach Italien-Wahl

Von Manuel Priego Thimmel

Nach dem Ausverkauf in Reaktion auf die Italien-Wahl können sich die europäischen Börsen nur mit Mühe über Wasser halten. Italien musste bei einer Auktion von Staatsanleihen langer Laufzeiten deutlich höhere Zinsen zahlen. Mit Blick auf die politischen Unsicherheiten nach der Wahl fordern die Anleger höhere Zinsen. Die Entspannung an den Finanzmärkten nach dem Bekenntnis von EZB-Präsident Mario Draghi zum Erhalt der Eurozone im Sommer vergangenen Jahres ist erst einmal dahin.

Der Euro-Stoxx-50 steigt bis zum Mittag 0,3 Prozent auf 2.580 Punkte. Für den DAX geht es 0,2 Prozent auf 7.612 nach oben. Die Notierungen in Mailand steigen leicht um 0,3 Prozent auf 15.594. Nachdem der Index am Dienstag um mehr als 4 Prozent eingebrochen ist, ist das eine sehr magere Erholung. Die Renditen zehnjähriger italienischer Benchmarkanleihen notieren nach der Auktion unverändert bei 4,88 Prozent.

Aber nicht nur die Italien-Wahl liegt den Anlegern auf dem Magen. Am Freitag drohen die automatischen Ausgabenkürzungen in den USA in Kraft zu treten. Der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke dürfte während der Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses am Nachmittag erneut die Abgeordneten vor den Gefahren warnen. Analysten schätzen, dass eine volle Umsetzung die US-Wirtschaft etwa 0,5 Prozentpunkte Wachstum kosten wird.

Auch der Euro scheint sich auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Mit 1,31 Dollar je Euro wird für die Gemeinschaftswährung etwas mehr als am Dienstag bezahlt. Nur mit Mühe konnte sie am Vortag den Rückfall unter die psychologisch wichtige Marke von 1,30 Dollar vermeiden. Doch auch hier dürfte nach oben nicht viel gehen: "Eines haben die italienischen Parlamentswahlen gezeigt: Die Euro-Krise ist noch nicht beendet", sagt Ralf Umlauf von der Helaba. Die Verunsicherung der Marktakteure bleibe groß, solange keine glaubwürdige Strukturpolitik betrieben werde.

Geschäftsergebnisse großer europäischer Unternehmen spielen angesichts der neu aufgeflammten Schuldenkrise nach wie vor nur die zweite Geige. EADS-Aktien steigen um 7,7 Prozent. Zwar hat der Luftfahrt- und Rüstungskonzern im vierten Quartal überraschend hohe Sonderbelastungen gebucht. "Rechnet man die Sondereffekte heraus, dann ist es bei EADS aber sogar besser gelaufen als erwartet worden war", sagt Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe.

Weiterer Kapitalbedarf lastet auf den Aktien von Air Berlin, die um rund 6 Prozent nachgeben. Mit der Platzierung einer Wandelanleihe will Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft 120 Millionen Euro einsammeln. Investoren dürften nun die Anleihe zeichnen und im Gegenzug die Aktie verkaufen, heißt es. Die finanziell angeschlagene Fluglinie hatte zuletzt im Dezember finanzielle Unterstützung ihres Großaktionärs Etihad erhalten.

Papiere von Kabel Deutschland büßen 3,2 Prozent ein. Hier weichen Spekulationen, Vodafone könne den Kabelnetzbetreiber übernehmen, immer mehr aus der Aktie. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Vodafone seine Übernahmepläne für Kabel Deutschland zunächst auf Eis gelegt habe. Laut Bernstein Research käme ein Rückzieher von Vodafone nach dem Kursanstieg von Kabel nicht überraschend. Vodafone-Papiere steigen 1,4 Prozent.

Der in Deutschland vor allem durch "Beck's" bekannte weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch hat im vierten Quartal gute Zahlen geliefert. Der Umsatz sei im Gesamtjahr um 7,2 Prozent gestiegen und habe damit über der Konsensprognose von plus 6,8 Prozent gelegen, sagt Canaccord. Auch die EBITDA-Entwicklung sei besser als erwartet ausgefallen. Die Aktie steigt 0,7 Prozent. Der Kurs des Schweizer Zementherstellers Holcim gibt nach Geschäftszahlen leicht nach.

INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       2.581,86   +0,44% 
Stoxx-50            2.599,25   +0,08% 
DAX                 7.614,45   +0,23% 
FTSE                6.284,74   +0,23% 
CAC                 3.646,39   +0,68% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future           145,13  +23 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Mi, 10.24 Uhr  Di, 17.45 Uhr 
EUR/USD    1,3105   0,22%         1,3076         1,3063 
EUR/JPY  120,1237   0,19%       119,8989       119,2135 
EUR/CHF    1,2191   0,12%         1,2176         1,2173 
USD/JPY   91,6750  -0,03%        91,7030        91,3220 
GBP/USD    1,5128  -0,06%         1,5137         1,5131 
 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

February 27, 2013 07:04 ET (12:04 GMT)

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