Japan bleibt trotz einer extrem expansiven Geldpolitik seiner Notenbank vorerst in der Deflation gefangen. Auch im April gingen die Verbraucherpreise zurück - den sechsten Monat in Folge. Wie aus Regierungszahlen vom Freitag hervorgeht, sank der Kernindex der Verbraucherpreise zum Vorjahr um 0,4 Prozent. Er bildet die Preisentwicklung ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel, aber inklusive der Energiepreise ab. Der breitere Gesamtindex sank auf Jahressicht um 0,7 Prozent und damit das elfte Mal in Folge. Die Preisentwicklung war von Bankvolkswirte erwartet worden.
Japan steckte lange in einem Abwärtsstrudel aus sinkenden Binnenpreisen und rückläufiger Wirtschaftsleistung. Die Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe steuert mit umfangreichen Konjunkturprogrammen und einer noch expansiveren Geldpolitik der japanischen Notenbank gegen. Zuletzt gab es vermehrt Anzeichen für eine Erholung der Realwirtschaft. Und die Preisentwicklung in der Region um die Hauptstadt Tokio liefert einen ersten Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Deflation.
HOFFNUNGSSCHIMMER AUS TOKIO
Für den Großraum Tokio liegen bereits die Preisdaten für Mai vor. Hier sind die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel, aber inklusive der Energiepreise um 0,1 Prozent leicht gestiegen. Volkswirte hatten hier ebenfalls einen Rückgang erwartet. Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehen in einem aktuellen Bericht davon aus, dass Japan mit seiner expansiven Geldpolitik und der Umsetzung von Reformen den Weg aus der Deflations-Falle finden kann. "Kurz- bis mittelfristig" könne die Regierung in Tokio ihr selbst gestecktes Inflationsziel von zwei Prozent erreichen, heißt es in dem Bericht.
Dank der Wachstumspolitik der Regierung in Tokio gewinnt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt offenbar stärker an Fahrt. Im April legte die Industrieproduktion laut Regierungsangaben zum fünften Monat in Folge zu. Der saisonbereinigte Zuwachs fiel sogar mit 1,7 Prozent im Monatsvergleich fast dreimal so stark aus, wie Volkswirte erwartet hatten. Im ersten Quartal hatte Japans Wirtschaft bereits an Schwung gewonnen und das Bruttoinlandsprodukt war überraschend stark um 0,9 Prozent zum Vorquartal gestiegen.
KURSGEWINNE AN JAPANS BÖRSE
Dagegen verharrte Japans Arbeitslosenquote im April unverändert bei 4,1 Prozent. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, verbesserte sich jedoch das Arbeitsplatzangebot. Demnach kamen auf 100 Jobsuchende 89 offene Stellen. Im Vormonat waren es noch 86.
Japans Börse reagierte mit Kursgewinnen auf die Konjunkturdaten. Die Börse in Tokio konnte einen Teil ihrer heftigen Vortagesverluste wettmachen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Plus von 185,51 Punkten oder 1,37 Prozent beim Stand von 13.774,54 Punkten ins Wochenende. Der japanische Yen legte im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen am Freitag zu. /jkr/jsl/fbr
AXC0078 2013-05-31/11:19
