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Wochenrückblick KW43: Commerzbank kommt trotz 9000er DAX nicht voran

Der DAX hat am Freitag nach mehreren erfolglosen Anläufen endlich den Sprung über die 9000er Marke geschafft. Trotz guter Quartalszahlen hielt die Marke aber nicht bis zum Abend. Mitschuld dürfte der überraschend rückläufige ifo-Geschäftsklimaindex gewesen sein. Dennoch bleibt insgesamt die Stimmung unter den Anleger gut. Ein Ende der lockeren Geldpolitik und ein baldiges Drosseln der Anleihekäufe ist nach den jüngsten US-Konjunkturdaten unwahrscheinlicher geworden. Von daher dürfte auch im November der Optimismus anhalten.
Angesichts zahlreicher positiver Bilanzdaten richtet sich der Blick kommende Woche auf die Deutsche Bank (WKN 514000). Dabei wird gespannt geschaut, ob der deutsche Branchenprimus die teils enttäuschenden Zahlen der US-Konkurrenz übertreffen kann. Mit Spannung auf diese Zahlen schauen auch die Anleger der Commerzbank (WKN CBK100). Trotz der DAX-Rallye gelang der Aktie auch diese Woche nicht der Sprung über die 10-Euro-Marke. Positive Impulse durch die Deutsche-Bank-Zahlen könnten hier "endlich" den nötigen Anschub bringen. Doch letztlich ist bei der Commerzbank noch immer sehr viel zu tun. Das spiegelt sich auch in den jüngsten Analystenkommentaren wider. Die Citigroup etwa nennt ein Rating von "Neutral" mit einem Kursziel von 9,70 Euro. Deutlich positiver ist Merrill Lynch ("Buy", Kursziel: 11 Euro). Doch als der ganz große Renner wird die Commerzbank-Aktie auch dort nicht gesehen. Vielleicht sehen wir am 7. November klarer, wenn die Commerzbank ihre Quartalszahlen präsentiert. Bis dahin bleibt es spannend und der Kurs am Ende wohl doch unter 10 Euro.

Der DAX und sein Chart

Der DAX setzt seine Rekordjagd fort und klettert weiter von Hoch zu Hoch. In unserem wöchentlichen Ausblick DAX zeigen wir, dass die 9.000er-Marke aus charttechnischer Sicht bedeutungslos ist. Insofern ist nicht auszuschließen, dass in dieser Region Gewinnmitnahmen einsetzen. An der sehr positiven Ausgangslage würde dies nichts ändern.

Einzeltitel aus Deutschland

Im Hinblick auf die Aktie des deutschen Salz- und Düngemittelherstellers K+S (WKN KSAG88) müssen sich die Anleger offenbar weiter gedulden. Es wird dauern bis es tatsächlich abzusehen sein wird, ob sich der in Turbulenzen geratene Kali-Markt stabilisieren kann. Während der Ausgang des russisch-weißrussischen Kali-Scharmützels alles von einer neuen Vertriebsallianz zwischen Belaruskali und Uralkali bis zu einem erbitterten Preiskampf bereithält, konnte auch die kanadische Branchengröße Potash (WKN 878149) bei der Vorstellung seiner jüngsten Quartalszahlen nicht für Klarheit sorgen.
Mit seinem Zahlenwerk für das zweite Geschäftsquartal hatte der weltgrößte Chemiekonzern BASF (WKN BASF11) noch Anleger und Analysten enttäuscht. Nun scheint jedoch nach einem deutlichen Gewinnanstieg im dritten Quartal alles vergeben und vergessen zu sein. Dies zeigt sich unter anderem in den positiven Analystenkommentaren und dem deutlichen Kursplus der BASF-Aktie am Freitagnachmittag.
Nach seinem Jahreshoch bei 65 Euro im Frühjahr verlor die Aktie von SAP (WKN 716460) zwischenzeitlich rund 20 Prozent an Wert. Doch nun könnte Europas größter Softwarekonzern mit dem Zahlenwerk zum dritten Geschäftsquartal die Wende eingeläutet haben. Angesichts eines Wertzuwachses von rund 6 Prozent für die SAP-Aktie zeigen sich die Anleger zu Wochenbeginn geradezu begeistert von den aktuellen Ergebnissen der Walldorfer. Mehr dazu hier.
Die Aktie der Lufthansa (WKN 823212) konnte in den letzten zwölf Monaten eine steile Erholung verzeichnen. Angetrieben wurde der Kurs durch das Restrukturierungsprogramm der Airline und die Hoffnung auf eine baldige Gesundung der größten deutschen Fluggesellschaft. Doch wie sich heute wieder einmal zeigt, könnte die Erholung etwas übertrieben gewesen sein, denn die Restrukturierung wirkt sich noch immer negativ auf die Zahlen aus. Mehr dazu hier.
Noch ist Europas größter Autobauer Volkswagen (WKN 766403) ein gutes Stück von seinem großen Ziel der Weltmarktführerschaft entfernt. Allerdings dürfen sich die Wolfsburger nun wenigstens als das forschungsintensivste Unternehmen der Welt bezeichnen. Dabei sollen genau diese hohen Investitionen VW an die Weltmarktspitze bringen. Und wenn dieses tatsächlich wie geplant bis 2018 umgesetzt werden kann, dann wäre das Land Niedersachsen mit seiner Sperrminorität bei aktienmarktunüblichen 20 Prozent der Stimmrechte mit dabei, da der Europäische Gerichtshof (EuGH) das VW-Gesetz bestätigt hat. Mehr dazu hier.
Trotz der Schwäche auf dem europäischen Automobilmarkt konnte die Aktie des Automobilzulieferers Leoni (WKN 540888) seit Jahresbeginn rund drei Viertel an Wert zulegen und ein neues Allzeithoch verbuchen. Wie soll es dann erst aussehen, wenn die Autohersteller neben einem boomenden Geschäft in China und den USA von einer allmählich einsetzenden Erholung in Europa profitieren können. Dann dürften die Stimmen verstummen, die für die im MDAX notierte Leoni-Aktie angesichts der jüngsten Kurssprünge nur wenig Kurspotenzial sehen.
Ebenfalls aus der zweiten Reihe und ebenfalls erfolgreich stellt sich der Automobilzulieferer Dürr (WKN 556520) dar. Mehr dazu haben wir in unserem aktuellen Newsletter geschrieben. Wer die kostenfreie "D-A-CH Rundschau" jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

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