Die Ölpreise sind am Mittwoch trotz einer spürbaren Verschärfung des Konflikts des Westens mit Russland erneut gefallen. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 107,35 US-Dollar. Das waren 39 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 2 Cent auf 100,95 Dollar.
Der für den europäischen Markt wichtige Brent-Ölpreis reagierte nicht auf die von der EU verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Im Gegenteil, die Preise gingen weiter zurück. Von den europäischen Strafmaßnahmen sind auch Technologieexporte für den Ölsektor betroffen. Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank ist es "sehr unwahrscheinlich, dass Russland auf die Sanktionen mit einer Einschränkung seiner Öllieferungen reagieren wird". Moskau sei einfach zu sehr auf die Einnahmen aus dem Ölexportgeschäft angewiesen.
Das im zweiten Quartal besser als erwartet ausgefallen US-Wirtschaftswachstum bewegte den Ölmarkt am Nachmittag nicht nachhaltig. Dies gilt auch für die in der vergangenen Woche stärker als erwartet gesunkenen US-Rohöllagerbestände. Im Gegenteil: Der US-Ölpreis drehte am späten Nachmittag ins Minus.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 105,44 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells./jsl/he
AXC0263 2014-07-30/17:55
