Die französische Großbank BNP Paribas
Für den 81,4-prozentigen HVB-Anteil an der DAB zahlt BNP 354 Millionen Euro. Das entspricht 4,78 Euro pro Aktie und liegt damit deutlich über dem Donnerstags-Schlusskurs von 4,12 Euro. Die Übernahme muss noch von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Ist das geschafft, will BNP entscheiden, ob sie den übrigen DAB-Anteilseignern ein öffentliches Kaufangebot macht. DAB ist an der Börse notiert. Das Papier legte zum Handelsauftakt am Freitag mehr als 15 Prozent auf 4,78 Euro zu.
Aus wettbewerblicher Sicht dürfte die Zustimmung der Behörden Formsache sein. Viele Beobachter bemängeln seit langem, dass es in Deutschland zu viele Banken gebe. So beobachtet etwa die Bundesbank mit Sorge die auch vom harten Wettbewerb ausgelösten geringen Gewinnmargen im Privatkundengeschäft. Sie sieht darin eine Gefahr für die Finanzstabilität.
Dennoch bleibt Deutschland mit seiner starken Wirtschaft für
viele ausländische Institute ein attraktiver Standort. Zuletzt wurde
etwa auch darüber spekuliert, dass der BNP-Rivale Societe Generale
Bei der BNP Paribas steht Deutschland neben Asien im Mittelpunkt
der Wachstumsstrategie. Hierzulande ist die Bank bereits mit zwölf
Bereichen vertreten, etwa als Dienstleister im
Gewerbeimmobiliengeschäft. Vor einem Jahr hatten die Franzosen das
Depotgeschäft der Commerzbank
2002 hatte BNP die Direktbank Consors gekauft und dann mit ihrer Tochter Cortal zusammengelegt. Zu den genauen Plänen für DAB hielt sich BNP bedeckt. In der Mitteilung hieß es, dass das Geschäft künftig von Nürnberg und München aus gesteuert werden soll. Zugleich nehmen die Franzosen mit der DAB-Übernahme auch Österreich ins Visier.
Zusammen haben Cortal Consors und DAB 1,4 Millionen Kunden und
verwalten ein Vermögen von 58 Milliarden Euro. Marktführer unter den
Direktbanken in Deutschland ist ING
ISIN FR0000131104 DE000CBK1001 FR0000130809 DE0005072300 IT0004781412
AXC0062 2014-08-01/09:40
