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Dow Jones News
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MÄRKTE USA/Dow stürzt um über 300 Punkte ab

An der Wall Street wurde am Donnerstag kräftig abverkauft, "alles muss raus" war die Devise. Der Dow-Jones-Index verlor über 300 Punkte. Die Zinsfantasie, ausgelöst durch das Fed-Protokoll am Mittwoch, währte nur einen Tag. Die Angst vor einem Abgleiten der Weltkonjunktur kroch wieder hoch. Erneut maue Daten kamen aus Deutschland, diesmal war es der Export, der für lange Gesichter sorgte. Seit einiger Zeit herrscht an der Wall Street die Furcht, dass sich die US-Ökonomie auf Dauer der Schwäche in Asien und vor allem Europa nicht entziehen kann

Der Dow-Jones-Index fiel 2 Prozent oder 335 auf 16.659 Punkte, der S&P-500 verlor 2,1 Prozent und der Nasdaq-Composite 2 Prozent. 26 der 30 Dow-Werte verloren mehr als 1 Prozent. Der Umsatz fiel auf 0,90 (Mittwoch: 0,92) Milliarden Aktien. 390 (2.549) Kursgewinnern standen an der NYSE 2.800 (639) -verlierer gegenüber, unverändert schlossen 58 (71) Titel.

Mit dem Auf und Ab der letzten Tage hat die Wall Street die volatilste Phase seit 2011 markiert. Bereits den dritten Tag in Folge bewegte sich der Dow-Jones-Index um mehr als 200 Punkte. Die wilden Ausschläge hätten unter Anlegern "eine Menge Frustration und eine Menge Irritation" gestiftet, sagte Händler Michael Antonelli von Robert W. Baird & Co: "Alles sucht nach Erklärungen."

Einige Teilnehmer führten die Schwäche auch auf Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi zurück. Er sagte gegen Abend deutscher Zeit, die europäischen Probleme seien struktureller, nicht zyklischer Natur. Ohne Reformen gebe es keine Erholung. Hinzu kamen Äußerungen des amerikanischen Großinvestors Carl Icahn, der in einem Interview mit CNBC meinte, eine Marktkorrektur werde definitiv kommen. Er wette aktuell gegen den S&P-500-Index.

Ölwerte litten unter dem weiter abrutschenden Ölpreis. Im Dow gaben Chevron 2,9 Prozent nach und Exxon 3 Prozent. Noch stärker traf es die Ausrüster und Dienstleister. Halliburton und Nabors fielen jeweils 5,2 Prozent. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI verlor 1,8 Prozent auf 85,77 Dollar, dies war das tiefste Settlement seit Dezember 2012. Brent-Öl fiel erstmals seit zwei Jahren unter 90 Dollar. Belastende Faktoren sind weiter das Überangebot und die Aussicht auf eine lahmende Weltkonjunktur. Dazu komme der schwächere US-Dollar.

Auf Unternehmensseite standen die wesentlich besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Alcoa im Fokus. Händler sprachen von einem "gelungenen Start" in die US-Berichtssaison. Der Aluminiumkonzern übertraf mit seinen nachbörslich veröffentlichten Zahlen die Erwartungen des Marktes bei Gewinn und Umsatz klar. Doch nach Gewinnen im frühen Geschäft konnte sich die Aktie dem angeschlagenen Sentiment nicht entziehen und sauste 4,4 Prozent abwärts. Allerdings hat sie in diesem Jahr bereits 45 Prozent gutgemacht.

Die Aktie von PepsiCo zeigte mit einem Minus von 0,4 Prozent relative Stärke. Auch der Brausehersteller hat im dritten Quartal die Prognose der Analysten übertroffen. Ein gutes Preismanagement und Produktivitätssteigerungen hätten den bereinigten Gewinn je Aktie um 10 Prozent auf 1,36 Dollar steigen lassen, teilte der Rivale von Coca-Cola mit. Analysten hatten Pepsico lediglich 1,29 Dollar zugetraut. Weil das Geschäft so gut läuft, erhöhte das Unternehmen seine Jahresprognose.

Dagegen fielen Advanced Micro Devices um gut 10 Prozent. Hintergrund war die Nachricht, dass Vorstandschef Rory Read zurückgetreten ist und durch COO Lisa Su ersetzt wird. Marktbeobachter erklärten die heftige Kursreaktion mit Befürchtungen, der Personalwechsel könnte ein schlechtes Omen für die in Kürze anstehende Bekanntgabe der Quartalszahlen sein.

Die Apple-Aktie gewann 0,2 Prozent. Der Technologie-Konzern hat Pläne für die Massenproduktion eines Tablets mit einem größeren Bildschirm offenbar auf Anfang kommenden Jahres verschoben. Der Grund: Die Auftragsfertiger kommen bei der Produktion der neuen iPhones kaum nach, um die starke Nachfrage zu befriedigen, wie mit der Sache vertraute Personen sagten. Derweil meinte Apple-Großanleger Carl Icahn, die Apple-Aktie - sie steht aktuell bei gut 100 Dollar - sollte bis 203 Dollar laufen, nehme man die zu erwartenden Ergebnisse 2015 ins Visier. Zudem schlägt er vor, einen größeren Teil der umfangreichen Barmittel an die Aktionäre weiterzugeben.

Der Goldpreis profitierte noch von der Hoffnung auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Fed. Zum Settlement gewann er 1,6 Prozent auf 1.225 Dollar, das war ein Dreiwochen-Hoch. Die US-Anleihen bewegten sich auf dem hohen Niveau vom Vortag. Die Rendite zehnjähriger Titel verharrte bei 2,33 Prozent.

Am Devisenmarkt erholte sich der Dollar leicht von seiner jüngsten Schwäche. Gegen eine längere Stärke im Euro spricht die Serie schlechter Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Der Euro notierte bei 1,2684 Dollar und damit einen halben Cent unter Vortagesniveau.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          16.659,25  -1,97  -334,97 
S&P-500        1.928,21  -2,07   -40,68 
Nasdaq-Comp.   4.378,34  -2,02   -90,26 
Nasdaq-100     3.969,32  -1,78   -71,80 
 
Kupon  Laufzeit  Notierung  Änderung   Rendite   Änderung 
1/2%    2-jähr   100 3/32    +1/32     0,456%    -0,5Bp 
7/8%    3-jähr    99 28/32    unv.     0,917%     unv. 
1 5/8%  5-jähr   100 27/32    unv.     1,571%     unv. 
2%      7-jähr   100 23/32    unv.     2,012%     unv. 
2 3/8% 10-jähr   100 14/32   +1/32     2,327%    -0,3Bp 
3 1/8% 30-jähr.  101 7/32     unv.     3,060%     unv. 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Do, 8.32 Uhr  Mi, 17.17 Uhr 
EUR/USD   1,2684  -0,46%        1,2743         1,2683 
EUR/JPY   136,87  -0,44%        137,47         137,44 
EUR/CHF   1,2110  -0,08%        1,2120         1,2131 
USD/JPY   107,89   0,02%        107,87         108,33 
GBP/USD   1,6115  -0,31%        1,6164         1,6067 
=== 

Kontakt zum Autor: ralf.zerback@wsj.com

DJG/DJN/raz

(END) Dow Jones Newswires

October 09, 2014 16:12 ET (20:12 GMT)

Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.

© 2014 Dow Jones News
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