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MÄRKTE USA/Wall Street lässt sich von Fed nicht abschrecken

Von Florian Faust

Nach der weitgehenden Stagnation des Vortages könnte die Wall Street am Dienstag wieder etwas Fahrt aufnehmen. Denn in den USA verläuft die Berichtssaison positiv. IG-Marktstratege Stan Shamu verweist darauf, dass bereits 43 Prozent der im S&P-500 vertretenen Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. 79 Prozent dieser Ergebnisse übertrafen die Gewinnerwartungen, 60 Prozent überzeugten beim Umsatz. Vor diesem Hintergrund verliert die beginnende Sitzung der US-Notenbank ihren Schrecken. Denn die obersten Währungshüter der USA dürften Ernst machen und am Mittwoch das Ende der Wertpapierkäufe verkünden. "Wenn sich der Rauch verzogen hat, dürfte sich zeigen, dass die US-Konjunktur die jüngsten Turbulenzen ganz gut weggesteckt hat. Daher dürfte die Fed Kurs halten und Mitte 2015 die Leitzinsen anheben", sagt Marktstratege Kit Juckes von der Societe Generale.

Rund 30 Minuten vor Handelseröffnung steigt der Terminkontrakt auf den S&P-500 um 0,3 Prozent, sein Pendant auf den Nasdaq-100 legt um 0,4 Prozent zu. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im September hat die Markterwartungen deutlich verfehlt, was die US-Futures etwas zurückwirft. Noch vor der Startglocke werden aktuelle Immobilienpreisdaten auf Basis des Case-Shiller-Hauspreisindexes veröffentlicht. Die Daten stammen allerdings vom August. Im frühen Geschäft wartet mit dem Index des Verbrauchervertrauens für Oktober dann aber ein wichtiger Impulsgeber, denn der private Konsum stellt den Löwenanteil der US-Wirtschaftsleistung. Volkswirte erwarten eine Verbesserung der Konsumneigung.

Ins Bild der positiven Geschäftsausweise fügt sich Pfizer ein. Der Pharmakonzern hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Der Gewinn legte leicht zu, beim Umsatz machte sich jedoch der Exklusivitätsverlust wichtiger Medikamente negativ bemerkbar. Vorbörslich legt der Titel um 1,20 Prozent zu. Der Agrar- und Chemiekonzern DuPont hat im dritten Quartal trotz eines schwachen konjunkturellen Umfelds mehr verdient. Mit dem operativen Gewinn übertraf das Unternehmen zudem knapp die Analystenprognose. Der Kurs legt um 0,2 Prozent zu.

Der solide Gewinn im dritten Quartal erlaubt es Aetna, das Ziel für 2014 bereits zum dritten Mal anzuheben. Die Zahl der Versicherten ist im zehnten Quartal in Folge gestiegen. Zu schaffen machen dem Versicherer allerdings höhere Behandlungskosten für Hepatitis C. Die Titel verlieren 0,5 Prozent. Zum vierten Mal in Folge hat Whirlpool die Gewinnerwartungen des Marktes dagegen nun schon verfehlt. Die Aktie des Haushaltsgeräteherstellers büßt 2,8 Prozent ein. Ebenfalls nicht überzeugen kann Crocs, die Papiere des Schuhherstellers sinken um 3,3 Prozent. Gleiches gilt auch für Twitter, der Kurs bricht um 13,3 Prozent ein. Viele Analysten haben das Papier abgestuft. Zwar traf der Kurznachrichtendienst auf bereinigter Basis die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Quartal, doch der Ausblick enttäuscht.

Für Furore sorgt dagegen einmal mehr Apple. Der E-Commerce-Riese Alibaba will bei Bezahldiensten mit dem Technologiekonzern zusammenarbeiten. Schlagzeilen, die an der Wall Street gut ankommen. Apple steigen um 0,4 Prozent.

Die Nachfrage nach vermeintlicher Sicherheit, wie sie US-Staatsanleihen offerieren, hält sich in Grenzen. Während die Notierungen bei US-Anleihen sinken, steigt die Rendite zehnjähriger Titel um drei Basispunkte auf 2,29 Prozent. Kräftig abwärts geht es für den US-Dollar nach den schwachen Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter. Der Euro springt von 1,27 auf 1,2750 Dollar nach der Datenvorlage. "Selbst bereinigt um die hochvolatilen Auftragseingänge der Flugzeugindustrie und des Militärs sind die Daten schlechter", sagt ein Händler. Auch der Goldpreis zieht mit den Daten auf 1.233 Dollar nach zuvor Kursen unter 1.230 Dollar an. An beiden Märkten wird damit auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der Fed spekuliert.

Der Ölpreis der US-Sorte WTI legt um 0,5 Prozent auf 81,36 Dollar das Fass zu. Händler sprechen jedoch lediglich von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Von Erholung könne angesichts des Überangebots keine Rede sein. Denn die Ölpreisbullen an der Wall Street werfen das Handtuch. Selbst die optimistischsten Experten räumen nun ein, dass es auf dem Ölmarkt nach dem Preissturz um 25 Prozent auf absehbare Zeit keine Trendwende geben wird.

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DEVISEN  zuletzt   +/- %  Di, 8.25 Uhr  Mo, 17.44 Uhr 
EUR/USD   1,2746   0,28%        1,2710         1,2713 
EUR/JPY   137,42   0,27%        137,05         136,84 
EUR/CHF   1,2060   0,01%        1,2058         1,2056 
USD/JPY   107,82  -0,02%        107,84         107,63 
GBP/USD   1,6166   0,30%        1,6116         1,6134 
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Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf/kla

(END) Dow Jones Newswires

October 28, 2014 09:04 ET (13:04 GMT)

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