Von Christian Grimm
BERLIN--Die Erzeugung von Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken wird für die Versorger immer mehr zum Verlustgeschäft. Über zwei Drittel der Unternehmen verlieren mit der konventionellen Erzeugung Geld. Das geht aus einer Umfrage des Branchenverbandes BDEW hervor, der 265 Geschäftsführer aus dem Energiesektor befragt hat.
69 Prozent der Stromproduzenten geben an, dass sich die eigene konventionelle Erzeugung negativ oder sehr negativ auf das Geschäftsergebnis auswirkt. "Das ist ein deutlicher Weckruf an die Politik. Die Energiewirtschaft braucht Klarheit über die Rahmenbedingungen für den Kraftwerkspark", sagte BDEW-Chefin Hildegard Müller am Dienstag in Berlin.
Verluste aus dem Betrieb von Kraftwerken führen dazu, dass die Stromproduzenten keine Mittel für Investitionen haben und weniger Geld an ihre Anteilseigner ausschütten können. Viele Stadtwerke sind in kommunaler Hand und die Kämmerer planen mit den Dividenden aus der Stromproduktion. Auch die jahrelang politisch geförderten Kraft-Wärme-Anlagen werden für die Eigner zur Belastung. Bei der Hälfte der Unternehmen arbeiten die KWK-Anlagen nur noch kostendeckend, 32 Prozent laufen unwirtschaftlich. Kraft-Wärme-Kraftwerke erzeugen Strom und versorgen Haushalte mit Fernwärme.
BDEW-Chefin Müller forderte von Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) rasche Entscheidungen zum Netzausbau und zur Reserve fossiler Kraftwerke. "Zu einer erfolgreichen Industriepolitik gehört auch, die Lage der Unternehmen in der Energiewirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren", sagte Müller.
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January 13, 2015 04:57 ET (09:57 GMT)
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