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MÄRKTE EUROPA/Leichte Erholung am späten Nachmittag

Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Notierungen an Europas Börsen erholen sich am Donnerstagnachmittag. Fundamentale Gründe sind nicht bekannt - die Aktienmärkte folgen den US-Vorgaben. Im Handel werden wieder verstärkt die Risiken für die Aktienmärkte betont. Der Euro gibt seit der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank in der vergangenen Woche nicht mehr weiter gegen den Dollar nach. Die Euro-Schwäche war seit Jahresbeginn einer der Haupttreiber für die Börsen. Der DAX verliert 1 Prozent auf 11.745 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 1,2 Prozent auf 3.639 nach unten.

Der Ölpreis erholt sich deutlich - gestützt von der Krise im Jemen. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent steigt um knapp 3 Prozent. Für US-Leichtöl der Sorte WTI geht es 1,6 Prozent nach oben. Saudi-Arabien hat gemeinsam mit anderen Golfstaaten mit Luftschlägen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen eingegriffen. Zudem sollen Bodentruppen zum Einmarsch bereitstehen. Die Huthi-Rebellen werden angeblich vom Iran unterstützt. Deshalb kursiert die Sorge vor einer Ausweitung der Krise, was den Ölpreis weiter nach oben treiben könnte.

Am Devisenmarkt gerät der Euro unter leichten Abgabedruck gegen den Dollar und fällt auf 1,0920 zurück. Die Abwärtsbewegung fällt zeitlich mit Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi zusammen. Draghi sagte vor der Deputiertenkammer in Rom, die EZB rechne damit, dass bis Ende März Wertpapiere für 60 Milliarden Euro gekauft werden. Die des öfteren geäußerte Furcht, für das massive Kaufprogramm könnte es nicht genügend Anleihen geben, bezeichnete Draghi als "nicht realistisch". Draghi zeigte sich außerdem optimistisch, dass die geldpolitischen Maßnahmen die Konjunktur stärken.

Während die Börsen in Europa rot notieren, haussiert in Zürich die Aktie von Clariant. Im Handel wird auf einen Bericht in der Financial Times verwiesen, demzufolge Evonik Interesse an einer Übernahme der Schweizer haben soll. Dem Artikel zufolge könnte das Gebot bei 23 Franken je Clariant-Aktie liegen. Weder Evonik noch Clariant wollten das Gerücht kommentieren. Clariant legen um 8,9 Prozent auf 19,69 Franken zu, Evonik verlieren im Gegenzug um 2,5 Prozent auf 32,10 Euro.

Die Aktie des Londoner Börsenbetreibers London Stock Exchange Group (LSE) fällt um 5,9 Prozent. Belastend wirkt sich aus, dass die Börse Dubai, ein Investmentvehikel des Emirates, seine komplette Beteiligung in Höhe von 17,4 Prozent verkauft hat. Die Beteiligung wurde in größeren Einheiten an Investoren verkauft, Preis und Käufer wurden nicht genannt. Beobachter taxieren den möglichen Verkaufspreis auf bis zu 1,5 Milliarden Pfund.

Mit dem Anstieg des Ölpreises müssen Airline-Aktien schärfere Abgaben hinnehmen. Daneben verweist ein Händler auf den Absturz der Germanwings-Maschine. Es zeichne sich immer mehr ab, dass es sich hierbei nicht um einen Unfall gehandelt habe, sondern dass der Absturz ganz gezielt vom Co-Piloten herbeigeführt worden sei.

"Das dürfte neue Sicherheitsanforderungen für die Branche nach sich ziehen, was natürlich mit höheren Kosten verbunden sein wird", sagt ein Händler. Auch sei denkbar, dass die Zahl der Piloten erhöht werde oder dass eine noch stärkere Automatisierung des Flugprozesses verlangt werde. Lufthansa verlieren 2,9 Prozent, Air France 1,5 Prozent oder etwa IAG 3,5 Prozent.

adidas lösen sich mit den Aussagen auf dem Investorentag von den Tagesverlusten und liegen nur noch 0,3 Prozent im Minus. Ein Händler spricht von einer Sentiment-Story. Man habe den Eindruck, als ob das Management wirklich alles tue, um das Ruder herumzureißen, heißt es. Das Unternehmen scheine sich langsam aus der Schockstarre zu lösen. Es sei natürlich zu früh, den Turnaround auszurufen. Das müsse sich erst in der Zukunft und dann in harten Zahlen zeigen. adidas hat die Strategie für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Das Unternehmen will den Gewinn jährlich um 15 Prozent steigern und künftig mehr Geld an die Aktionäre ausschütten.

Jenoptik verlieren 2 Prozent. Händler bemängeln einen verhaltenen Ausblick des Herstellers optischer Systeme. Stada geben um 1,1 Prozent nach. Der Pharmakonzern hat seine verhaltenen Ziele für das laufende Jahr bestätigt. United Internet fallen nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2014 um 1,9 Prozent.

=== 
INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       3.628,98   -1,49% 
Stoxx-50            3.399,59   -1,29% 
DAX                11.712,61   -1,29% 
FTSE                6.882,51   -1,55% 
CAC                 4.950,46   -1,40% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future           158,33      +17 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/raz

(END) Dow Jones Newswires

March 26, 2015 11:20 ET (15:20 GMT)

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© 2015 Dow Jones News
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