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17.04.2015 | 12:37
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Obwohl wir manchmal daran zweifeln, dass die Fed die Zinssätze bald erhöhen wird, ist es durchaus wert zu analysieren, welche Folgen solch eine Entscheidung hätte. Die Erhöhung wäre die erste seit fast einem Jahrzehnt sein. Theoretische Auswirkungen steigender Zinssätze sind wohlbekannt: Höhere Zinssätze bedeuten höhere Kreditkosten (Überlegenswertes: Wenn Sie eine Hypothek mit variablen Zinsen haben und glauben, dass die Fed die Zinssätze erhöhen wird, denken Sie an eine Festsetzung der Zinsen Ihrer Hypothek an diesem Niveau), niedrigere Aktienpreise, reduzierte Risikoprämien und einen stärkeren Dollar. All dies ist für die Aktienbörse relativ schlecht. Höhere Diskontsätze bedeuten niedrigere Aktienpreise, während reduzierte Risikoprämien Aktien weniger attraktiv machen, verglichen mit Neuemissionen von Obligationen. Höhere Kosten der Kreditaufnahme lasten verschuldeten Gesellschaften, während ein stärkerer Dollar negativ den Export und internationale Geschäfte beeinflusst, die ein bedeutender Teil der US-Aktienbörse sind. Das ist der Grund, warum die Eigenkapital-Indizes im März generell gefallen sind, in der Erwartung der Zinssatzerhöhung durch die Fed, und stiegen wieder nach der Veröffentlichung des optimistischen Berichts durch das FOMC.

Es gibt vernünftige Argumente für die Erhöhung der Zinssätze durch die Fed, die auf dem Aktienmarkt und bei den US-Dollar-Indizes eine Rolle spielen. So funktionieren die Märkte: Kapitalanleger kaufen das Gerücht und verkaufen das eigentliche Ereignis. Gewissermaßen kann die Fed gezwungen werden Zinssätze zu erhöhen, seitdem der Bericht im Februar bereits den Anstieg von Marktzinssätzen und Rückgang in Aktienpreisen verursacht hatte. Es bedeutet, dass globale Kapitalanleger nicht auf die Fed warten, bis sie die Zinssätze erhöht, sondern bereits darauf wetten, dass die Zinssätze noch in diesem Jahr erhöht werden. Tatsächlich, laut CME (vom 19. März), suggerieren die Terminkontrakte der Fed eine 12%ige Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Juni, eine 49%ige Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September, eine 70%ige Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Oktober, und 79%ige Erhöhung im Dezember.

Die Erhöhung wurde auch zu einem gewissen Ausmaß beim US-Dollar-Index berücksichtigt, da Währungskapitalanleger zukunftsorientiert sind. Gewöhnlich sind Währungsbewegungen ein führender Hinweis. Tatsächlich zeigt uns die Geschichte der vorigen drei Zyklen der finanziellen Straffung, dass der Dollar in sechs bis neun Monaten steigt, der ersten Erhöhung der Zinssätze vorausgehend.

Es bedeutet jedoch nicht, dass Erhöhung durch die Fed keine weitere Aufwertung des Dollars (und Rückgang bei den Aktien) verursachen wird. Alles hängt vom Timing und Umfang der möglichen finanziellen Straffung. Im Moment bewegen sich die Marktpreise in einem langsameren Tempo als die durchschnittliche mittelfristige Prognose der Fed. Die Geschichte der vorigen Straffungszyklen der Fed zeigt, dass die Kapitalanleger nicht immer den Ausmaß voll berücksichtigt hatten, welchen die Fed bei für die Erhöhung der Zinssätze plante. Der Zyklus von 1999 bis 2000 wurde insgesamt richtig vorausgesehen, allerdings 1994 hat der Ausmaß und das Tempo der Straffung der Fed die Märkte überrascht und schadete fast allen Anlagenklassen. Bald darauf hin stiegen die Langzeitzinssätze scharf an, und die Aktien wurden entsprechend wiederbewertet. Der letzte Straffungszyklus zwischen 2004 und 2006 war eine andere Geschichte, weil sich die längerfristigen Zinssätze, wegen der starken Nachfrage von ausländischen Kapitalanlegern nach US-Aktien, kaum bewegten.

Welche Rückschlüsse gibt es für den Goldmarkt? Wie wir in einer früheren Ausgabe der Marktübersicht schrieben, würde die Erhöhung alleine den Goldpreis nicht negativ beeinflussen. Die Realzinssätze oder US-Dollar-Index sind für den Goldmarkt viel wichtiger, als einzelne Änderungen im Leitzins. Gemäß den Analytikern von Barclays, abgesehen von dem „Erhöhungszyklus 2004-06, Goldpreise neigen dazu, in den drei Monaten nach der Erhöhung folgend, um 2% zu fallen” aber alles hängt vom Wirtschaftszusammenhang ab.

Nach der überraschenden Ankündigung der Zinssatzerhöhung 1994 fielen die Goldpreise von 388 $ auf 380 $ (siehe das Diagramm unterhalb), allerdings wurde das gelbe Metall während des gesamten Straffungszyklus seitwärts gehandelt, weil der US-Dollar 1994 die ganze Zeit fiel. Der letzte Straffungszyklus zwischen 2004 bis 2006 beeinflusste den Goldboom in den 2000er Jahren nicht. Noch einmal - es war die Zeit des fallenden US-Dollars. Für den grössten Teil von 1999 fiel der Goldpreis nur, um sich von 270 $ auf 323 $ im Oktober 1999 zu erhöhen, im Anschluss an eine Abmachung, um Goldverkäufe durch 15 europäische Zentralbanken zu beschränken. Es zeigt, dass die Goldpreise von vielen Faktoren abhängen und bei Problemen und der Eurozone steigen können, trotz der Straffungspolitik der Fed.

Gold prices (London PM Fix, green line) and Federal Funds Rate (red line) from 1993 to 2006

Tatsächlich, mit ultraniedrigen Erträgen bei europäischen und japanischen Obligationen, sollten Kapitalanleger mit ihrem Kapital zum US-Anleihenmarkt wechseln. Eine mögliche Nachfrage nach US-Bundesanleihen würde langfristige Zinssätze niedrig halten, was die Goldpreise unterstützen würde. Mit anderen Worten, wenn die Straffung der Fed allmählich durchgeführt wird und richtig angenommen wird, und die Zinssätze den historischen Standards nach tief bleiben, sollte der Einfluss auf Gold nicht bedeutend sein. Das ist genau das, was die Wirtschaftswissenschaftler in diesem Augenblick erwarten. Die erste Bewegung wird wahrscheinlich klein sein, und es wird dem Markt vorsichtig signalisiert, um eine Überraschung zu verhindern. Allerdings scheint der starke US-Dollar ein Gegenwind für das gelbe Metall zu sein, zumindest in den kommenden Monaten vor der Erhöhung.

Möchten Sie wissen, welchen Einfluss die Handlung der Fed auf die Weltwirtschaft und den Goldmarkt haben wird? Wir analysieren mögliche Folgen der Zinssatzerhöhung in unserem letzten Marktübersicht-Bericht. Wir stellen auch Gold- und Silber Trading Alerts zur Verfügung, für Trader, die eher an kurzfristigen Signalen interessiert sind. Wir bieten Ihnen an, unseren kostenlosen Newsletter zu abonnieren und die neuesten Informationen einfach per Email zu erhalten.

Vielen Dank.

Arkadiusz Sieron
Sunshine Profits‘ Gold News Monitor and Market Overview Editor

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