Bozen, Südtirol/Italien (pts005/18.05.2015/07:15) - Reinhard Schäfers,
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien, wurde kürzlich in den
Verwaltungsrat der Messe Bozen gewählt. Das ist beispiellos in der Geschichte
der Messe Bozen und dürfte wohl auch weltweit einen einmaligen Fall darstellen.
Schäfers, der vor kurzem an der ersten Sitzung des Verwaltungsrates teilnahm,
stellt sich den Fragen nach dem Warum.
Messe Bozen: Was war der ausschlaggebende Grund, dass Sie die Berufung in den
Verwaltungsrat der Messe Bozen angenommen haben?
Reinhard Schäfers: In zwei Monaten bin ich 65 und gehe als Botschafter in den
Ruhestand. Daher suchte ich bereits seit einiger Zeit nach einer Herausforderung
für diesen neuen Lebensabschnitt. Meine Stationen in Kiew, Paris und Rom als
bilateraler Botschafter hatten viel auch mit Wirtschaft zu tun, die mir sehr am
Herzen liegt. Deshalb erschien mir eine Aufgabe in diesem Bereich besonders
interessant. In Rom kamen Politiker aus Südtirol auf mich zu und schlugen mir
die Mitgliedschaft im Verwaltungsrat der Messe Bozen vor, um die internationale
Dimension der Messe zu stärken. In den vergangenen 15 Jahren habe ich alle meine
Sommerurlaube hier verbracht und durch meine Kontakte zu vielen Persönlichkeiten
Südtirol kennen- und schätzen gelernt.
Messe Bozen: Was werden Sie aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung im Ausland und
im diplomatischen Dienst in die Arbeit des Verwaltungsrates einbringen können?
Reinhard Schäfers: Das wird sich noch im Detail herausstellen. Aber mit 38
Jahren Berufserfahrung in ganz Europa bringe ich eine gewisse Kenntnis in
internationalen Belangen mit und könnte damit internationale Kontakte und
Kooperationen erleichtern und fördern. Dazu bringe ich noch eine ganze Reihe an
persönlichen Kontakten zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Akteuren mit.
Messe Bozen: Als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien (und
vorher in anderen Ländern) haben Sie stets auch eine Brückenfunktion als
Vermittler zwischen verschiedenen Kulturen eingenommen. Diese Rolle nimmt
traditioneller Weise auch Messe Bozen für sich in Anspruch. Was ist das
Besondere an dieser Aufgabe? Was kann man mit dieser Rolle bewirken?
Reinhard Schäfers: Eigentlich ist eine Randlage - und noch dazu eine gebirgige -
wie sie Bozen auszeichnet immer ein Nachteil. Im Falle Südtirols ist dies
aufgrund dieser Nord-Süd-Verbindung, die von alters her durch das Land verläuft,
nicht so. Dieses geographische und geopolitische Faktum hat in einem
zusammenwachsenden Europa nichts Peripheres mehr: die Lage an Grenzen zwischen
Kulturen und Wirtschaften hat heute im Gegenteil etwas Verbindendes. Daher kann
alles was hier geschieht und angestoßen wird, nur im Kontext Europas geschehen.
Südtirol hat diese besondere Lage zu nutzen gewusst und kann insgesamt als eine
große Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.
Messe Bozen: Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Messe Bozen?
Reinhard Schäfers: Messe Bozen ist eine verhältnismäßig kleine Struktur im
Vergleich zu anderen Messen, kann jedoch, da an einer uralten Handelsroute
gelegen, auf eine große Vergangenheit zurückblicken. Durch diese Lage war Bozen
von alters her etwas Besonderes als Vermittler zwischen den Kulturen und
Mentalitäten. Diese Scharnierfunktion, die Bozen erfüllt, spiegelt sich auch in
der Institution Messe, die ihrerseits der Inbegriff der Kommunikation zwischen
verschiedenen Akteuren ist.
Messe Bozen: Welche wirtschaftlichen Sektoren haben Ihrer Ansicht nach Potential
für weitere zukünftige Messethemen?
Reinhard Schäfers: Ich glaube man ist mit den in den letzten Jahren und
Jahrzehnten entwickelten Messekonzepten, die den Kernkompetenzen Südtirols
entsprechen, sehr gut aufgestellt. Diese gilt es jetzt weiter zu entwickeln und
auszubauen sowie - wie bereits teilweise geschehen - neuen Märkten zu
erschließen.
Zur Person:
Reinhard Schäfers (* 27. Mai 1950) ist ein deutscher Diplomat. Er ist seit 2012
Botschafter in Italien. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und beherrscht neben
Deutsch auch noch Englisch, Französisch, Italienisch und Russisch. Er studierte
Rechtswissenschaften und absolvierte 1972 sein erstes und 1975 sein zweites
juristisches Staatsexamen. Von 1975 bis 1976 war er Praktikant an der École
nationale d'administration (ENA) in Paris und trat 1977 in die Ausbildung zum
höheren auswärtigen Dienst ein.
Sein beruflicher Werdegang begann 1979 als zweiter Sekretär in der
Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amts, Von 1979 bis 1982 war er Konsul an
der deutschen Botschaft in Prag, damals Tschechoslowakische Sozialistische
Republik. Von 1982 bis 1985 wurde er als Ständiger Vertreter an der deutschen
Botschaft in Mogadischu eingesetzt. Von 1985 bis 1988 war er Referent im
Bundeskanzleramt für Ost-West-Fragen, Abrüstung und Sicherheitspolitik. Ab 1988
bis 1991 war Schäfers Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Moskau und
zuständig für deutsch-sowjetische Beziehungen und Außen- und Sicherheitspolitik.
1991/92 war er im Auswärtigen Amt im Referat Sowjetunion tätig und war von 1992
bis 1998 Referatsleiter für Mittel-, Ost- und Südosteuropa im Bundeskanzleramt
unter Helmut Kohl. Ab 1998 war er Gesandter an der deutschen Botschaft in Paris
und wurde 2000 zum Botschafter und Ständigen Vertreter der Bundesrepublik
Deutschland bei der Westeuropäischen Union ernannt.
Ab 2001 war Schäfers Botschafter und Vertreter der Bundesrepublik Deutschland im
Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU und ab 2006 Botschafter
der Bundesrepublik Deutschland in Kiew. Von August 2008 bis 2012 war er
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris.
(Ende)
Aussender: FIERA BOLZANO SPA - MESSE BOZEN AG
Ansprechpartner: Florian Schmittner
Tel.: +39 0471 516017
E-Mail: schmittner@messebozen.it
Website: www.messebozen.it
Quelle: http://www.pressetext.com/news/20150518005
© pressetext Nachrichtenagentur GmbH http://www.pressetext.com - Die
inhaltliche Verantwortung für redaktionelle Meldungen (pte) liegt bei
pressetext, für Pressemitteilungen (pts) beim jeweiligen Aussender. Weitere
Informationen erhalten Sie bei unserem Redaktionsservice unter
info@pressetext.com oder Tel. +43-1-81140-300. (END) Dow Jones NewswiresMay 18, 2015 01:15 ET (05:15 GMT)
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien, wurde kürzlich in den
Verwaltungsrat der Messe Bozen gewählt. Das ist beispiellos in der Geschichte
der Messe Bozen und dürfte wohl auch weltweit einen einmaligen Fall darstellen.
Schäfers, der vor kurzem an der ersten Sitzung des Verwaltungsrates teilnahm,
stellt sich den Fragen nach dem Warum.
Messe Bozen: Was war der ausschlaggebende Grund, dass Sie die Berufung in den
Verwaltungsrat der Messe Bozen angenommen haben?
Reinhard Schäfers: In zwei Monaten bin ich 65 und gehe als Botschafter in den
Ruhestand. Daher suchte ich bereits seit einiger Zeit nach einer Herausforderung
für diesen neuen Lebensabschnitt. Meine Stationen in Kiew, Paris und Rom als
bilateraler Botschafter hatten viel auch mit Wirtschaft zu tun, die mir sehr am
Herzen liegt. Deshalb erschien mir eine Aufgabe in diesem Bereich besonders
interessant. In Rom kamen Politiker aus Südtirol auf mich zu und schlugen mir
die Mitgliedschaft im Verwaltungsrat der Messe Bozen vor, um die internationale
Dimension der Messe zu stärken. In den vergangenen 15 Jahren habe ich alle meine
Sommerurlaube hier verbracht und durch meine Kontakte zu vielen Persönlichkeiten
Südtirol kennen- und schätzen gelernt.
Messe Bozen: Was werden Sie aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung im Ausland und
im diplomatischen Dienst in die Arbeit des Verwaltungsrates einbringen können?
Reinhard Schäfers: Das wird sich noch im Detail herausstellen. Aber mit 38
Jahren Berufserfahrung in ganz Europa bringe ich eine gewisse Kenntnis in
internationalen Belangen mit und könnte damit internationale Kontakte und
Kooperationen erleichtern und fördern. Dazu bringe ich noch eine ganze Reihe an
persönlichen Kontakten zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Akteuren mit.
Messe Bozen: Als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien (und
vorher in anderen Ländern) haben Sie stets auch eine Brückenfunktion als
Vermittler zwischen verschiedenen Kulturen eingenommen. Diese Rolle nimmt
traditioneller Weise auch Messe Bozen für sich in Anspruch. Was ist das
Besondere an dieser Aufgabe? Was kann man mit dieser Rolle bewirken?
Reinhard Schäfers: Eigentlich ist eine Randlage - und noch dazu eine gebirgige -
wie sie Bozen auszeichnet immer ein Nachteil. Im Falle Südtirols ist dies
aufgrund dieser Nord-Süd-Verbindung, die von alters her durch das Land verläuft,
nicht so. Dieses geographische und geopolitische Faktum hat in einem
zusammenwachsenden Europa nichts Peripheres mehr: die Lage an Grenzen zwischen
Kulturen und Wirtschaften hat heute im Gegenteil etwas Verbindendes. Daher kann
alles was hier geschieht und angestoßen wird, nur im Kontext Europas geschehen.
Südtirol hat diese besondere Lage zu nutzen gewusst und kann insgesamt als eine
große Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.
Messe Bozen: Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Messe Bozen?
Reinhard Schäfers: Messe Bozen ist eine verhältnismäßig kleine Struktur im
Vergleich zu anderen Messen, kann jedoch, da an einer uralten Handelsroute
gelegen, auf eine große Vergangenheit zurückblicken. Durch diese Lage war Bozen
von alters her etwas Besonderes als Vermittler zwischen den Kulturen und
Mentalitäten. Diese Scharnierfunktion, die Bozen erfüllt, spiegelt sich auch in
der Institution Messe, die ihrerseits der Inbegriff der Kommunikation zwischen
verschiedenen Akteuren ist.
Messe Bozen: Welche wirtschaftlichen Sektoren haben Ihrer Ansicht nach Potential
für weitere zukünftige Messethemen?
Reinhard Schäfers: Ich glaube man ist mit den in den letzten Jahren und
Jahrzehnten entwickelten Messekonzepten, die den Kernkompetenzen Südtirols
entsprechen, sehr gut aufgestellt. Diese gilt es jetzt weiter zu entwickeln und
auszubauen sowie - wie bereits teilweise geschehen - neuen Märkten zu
erschließen.
Zur Person:
Reinhard Schäfers (* 27. Mai 1950) ist ein deutscher Diplomat. Er ist seit 2012
Botschafter in Italien. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und beherrscht neben
Deutsch auch noch Englisch, Französisch, Italienisch und Russisch. Er studierte
Rechtswissenschaften und absolvierte 1972 sein erstes und 1975 sein zweites
juristisches Staatsexamen. Von 1975 bis 1976 war er Praktikant an der École
nationale d'administration (ENA) in Paris und trat 1977 in die Ausbildung zum
höheren auswärtigen Dienst ein.
Sein beruflicher Werdegang begann 1979 als zweiter Sekretär in der
Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amts, Von 1979 bis 1982 war er Konsul an
der deutschen Botschaft in Prag, damals Tschechoslowakische Sozialistische
Republik. Von 1982 bis 1985 wurde er als Ständiger Vertreter an der deutschen
Botschaft in Mogadischu eingesetzt. Von 1985 bis 1988 war er Referent im
Bundeskanzleramt für Ost-West-Fragen, Abrüstung und Sicherheitspolitik. Ab 1988
bis 1991 war Schäfers Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Moskau und
zuständig für deutsch-sowjetische Beziehungen und Außen- und Sicherheitspolitik.
1991/92 war er im Auswärtigen Amt im Referat Sowjetunion tätig und war von 1992
bis 1998 Referatsleiter für Mittel-, Ost- und Südosteuropa im Bundeskanzleramt
unter Helmut Kohl. Ab 1998 war er Gesandter an der deutschen Botschaft in Paris
und wurde 2000 zum Botschafter und Ständigen Vertreter der Bundesrepublik
Deutschland bei der Westeuropäischen Union ernannt.
Ab 2001 war Schäfers Botschafter und Vertreter der Bundesrepublik Deutschland im
Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU und ab 2006 Botschafter
der Bundesrepublik Deutschland in Kiew. Von August 2008 bis 2012 war er
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris.
(Ende)
Aussender: FIERA BOLZANO SPA - MESSE BOZEN AG
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Tel.: +39 0471 516017
E-Mail: schmittner@messebozen.it
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