Vor dem griechischen Referendum über den weiteren Reformkurs des Landes schließt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nicht mehr aus. "Ob mit Euro oder vorübergehend ohne: Diese Frage können nur die Griechen selbst beantworten", sagte Schäuble in einem Interview mit der "Bild" (Samstag).
"Und klar ist auch: Wir werden die Menschen in Griechenland nicht im Stich lassen." Zugleich pochte Schäuble darauf, dass die Euro-Staaten die Regeln der Währungsunion strikt einhalten müssen. Auf die Frage, welche Lehren er aus der Griechenland-Krise ziehe, sagte Schäuble: "Eine Gemeinschaft kann nur funktionieren, wenn sich die Mitglieder an die Regeln halten. Und selbstkritisch müssen wir dabei einräumen: Es waren wir Deutsche und die Franzosen, die 2003 als erste die Stabilitätsregeln des Euro gebrochen haben. Das war der Sündenfall."
