Angesichts der dramatisch eingebrochenen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland dringen Unternehmen beider Länder auf ein Ende der gegenseitigen Sanktionen. "Die Wirtschaftssanktionen können nicht die letzte Antwort auf die (Ukraine-)Krise sein", sagte der Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Rainer Seele, am Dienstag in Berlin.
Im ersten Halbjahr machten die deutsche Exporte nach Russland nur noch 1,76 Prozent der Gesamtausfuhren aus. Vor der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland waren es 2013 noch 3,28 Prozent gewesen. Der Anteil der russischen Importe an allen Einfuhren ging im gleichen Zeitraum von 4,59 auf 3,27 Prozent zurück.
Seele führte den Einbruch aber nicht nur auf die Sanktionen zurück. Die Konjunkturschwäche in Russland sei schon vor der Ukraine-Krise absehbar gewesen. Die Strafmaßnahmen hätten die Entwicklung aber verstärkt.
In einer Umfrage der AHK unter 158 Mitglieds-Unternehmen bewerten nur 27 Prozent die Sanktionen als wirksam. Fast drei Viertel meinen indes, die Strafmaßnahmen hätten nichts gebracht. Die Deutsch-Russische AHK vertritt mehr als 800 deutsche und russische Unternehmen./mfi/DP/she
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