Die Flaute in der deutschen
Textilindustrie setzt Gerry Weber
Das dritte Quartal, das bei Gerry Weber von Mai bis Juli läuft, habe erneut enttäuscht, schrieb Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank in einer aktuellen Studie. Um die Jahresziele zu erreichen, brauche Gerry Weber nun einen sehr guten Geschäftsverlauf in den wichtigen Monaten September und Oktober. "Nur risikobewusste Anleger sollten auf dem gedrückten Kursniveau Neuengagements in Erwägung ziehen", warnte der Analyst.
'KONSENS ZU OPTIMISTISCH'
Laut Analyst Volker Bosse von der Baader Bank dürfte das vierte Geschäftsquartal jedoch bereits schwach begonnen haben. Die Konsensschätzungen für die Jahresergebnisse könnten sich als zu ehrgeizig erweisen.
Rabattschlachten auf Saisonware, höhere Aufwendungen durch die Expansion der Kette sowie die Übernahme des Konkurrenten Hallhuber machten dem Unternehmen zu schaffen. Hinzu kamen höhere Abschreibungen, so dass der Periodenüberschuss deutlich einbrach. Der Umsatz erhöhte sich durch die neu hinzugekommenen Hallhuber-Filialen. Mit den Marken Gerry Weber, Taifun und Samoon setzte der Konzern hingegen weniger um. Dem Unternehmen zufolge hielten sich die Handelspartner mit Bestellungen zurück.
FATALE KURSENTWICKLUNG, MDAX-ABSTIEG
Gerry Weber hat die Anleger in diesem Jahr bereits mit drei
Gewinnwarnungen konfrontiert. Auf dem Kurszettel spiegelt sich die
fatale Entwicklung wider: Mit einem Minus von fast 50 Prozent seit
Jahresanfang ist das Papier das bislang schwächste unter den 50
MDax-Werten. Der deutlich gesunkene Börsenwert hat Folgen: Die Aktie
fliegt aus dem MDax raus und wird ab dem 21. September eine
Index-Etage tiefer im SDax
ISIN DE0003304101
AXC0061 2015-09-11/10:59
