Der europäische Arbeitsmarkt kann nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den derzeitigen Andrang von Flüchtlingen verkraften. Er habe insgesamt die Kapazität, einen Schock dieser Stärke zu abzufedern, heißt es in einem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Papier der Organisation. Die Einschätzung beruhe allerdings unter anderem auf der Annahme, dass abgewiesene Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückkehren.
Zudem sei es wahrscheinlich, dass die Ankunft von Flüchtlingen sich auf einige Länder konzentriert, von denen einige mit hoher Arbeitslosigkeit kämpfen. Die OECD forderte deshalb gemeinsame europäische Lösungen, auch für die Integration in den Arbeitsmarkt.
Vergangene Erfahrungen zeigten, dass die Kosten der Unterbringung von Flüchtlingen zunächst recht hoch sein könnten, aber mit der Zeit schnell zurückgehen, wenn sie Arbeit finden. Bislang hielten die angekündigten zusätzlichen Ausgaben der EU-Länder sich in Grenzen. So habe Deutschland für 2016 und 2017 zusätzliche Unterstützung in Höhe von 0,5 Prozent der Wirtschaftskraft jährlich veranschlagt. Aufgrund der nötigen Ausgaben erwarten die Experten einen moderaten Nachfrageschub für die Wirtschaft - in Europa könnte dieser Effekt insgesamt 0,1 bis 0,2 Prozent der Wirtschaftskraft ausmachen./sku/DP/he
AXC0313 2015-11-12/19:35
