Die Strategen der UniCredit, Konzernmutter der Münchner HypoVereinsbank, haben einen Index entwickelt, dem ein regelbasiertes Sektor-Rotations-Modell zugrunde liegt. Dieses richtet die Aktienauswahl am Konjunkturzyklus und kurzfristigen Markttrends aus.
Das Auswahluniversum bilden zehn Sektoren des STOXX 600 Europe, die hälftig in einen zyklischen (Automobiles & Parts, Basic Resources, Chemicals, Construction & Materials, Industrial Goods & Services) und einen defensiven Branchenkorb (Food & Beverage, Health Care, Oil & Gas, Telecommunication, Utilities) eingeteilt werden. Grundsätzlich wird in Phasen eines Aufschwungs in den zyklischen Branchenkorb investiert, in Abschwungphasen dagegen in die defensiven Branchen.
Jährliche Ertragsausschüttung von Dividenden und Zinsen
Ob gerade eine Auf- oder Abschwungphase vorliegt, darüber entscheiden gleichgewichtet der ifo-Geschäftsklimaindex und eine internes Trendfolgemodell, das die Fehlsignale des ifo-Indikators reduzieren soll. So kann es zu einer 50/50-Mischung der Branchen im Portfolio kommen, wenn etwa der ifo-Index Wachstum signalisiert, der Trendfolge-Index aber eine bessere Performance der defensiven Branchen beobachtet. Die Überprüfung und gegebenenfalls die Anpassung der Indexzusammenstellung erfolgt einmal monatlich in Folge der Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex.
Die Abbildung der Wertentwicklungen der einzelnen Branchen-Indizes erfolgt nicht über Indizes selbst, sondern über iShares-ETFs auf diese Indizes. Unter bestimmten Bedingungen kann die Strategie zwischenzeitlich - ebenfalls via ETF - auf die Benchmark selbst, den STOXX 600 Europe Net Return Index setzen. Erträge aus Dividendenzahlungen, die innerhalb der einzelnen Branchen-ETFs anfallen, werden gesammelt und verzinslich in einem Geldmarkt-ETF angelegt. Einmal jährlich im November schüttet das UniCredit European Sector Rotation Strategy Index-Zertifikat an die Anleger aus.
Das Open End-Indexzertifikat (DE000HVB1XXX) ist unter normalen Marktbedingungen mit der niedrigen Geld-Brief-Spanne von 0,3 Prozent an der Börse oder im außerbörslichen Direkthandel mit der HVB handelbar; die jährliche Managementgebühr liegt bei 1,35 Prozent.
ZertifikateReport-Fazit: Das Zertifikat eignet sich mit seiner mittel- und langfristigen Perspektive sowohl als Beimischung als auch zur Substitution von direkten Aktieninvestments in europäisch ausgerichteten Aktienportfolios, bei denen der Diversifikationsgedanke im Vordergrund steht. Die jährliche Ausschüttung der Dividendenerträge sollte zudem auch in schwachen Börsenzeiten für relativ stetige Einkünfte sorgen.
Autor: Thorsten Welgen
Quelle: zertifikatereport.de
