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Brexit-Exposure: Diese deutschen Aktien könnten am Freitag leiden

Von Klaus Brune

FRANKFURT (Dow Jones)--In Großbritannien haben die Befürworter eines Austritts aus der Euroäischen Union nach letzten Auszählungen knapp die Nase vorne. Nach Auszählung von 372 der 382 Wahlbezirke entfallen auf die "Brexit"-Befürworter 51,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die britische BBC erklärte die Austritts-Befürworter bereits zum Sieger, mit dem Endergebnis wird in den nächsten Stunden gerechnet.

Dieses nach den letzten Umfragen überraschende Ergebnis löst turbulente Reaktionen an den Finanzmärkten aus. Das britische Pfund fällt um mehr als 10 Prozent auf 1,3397 US-Dollar, der Preis des Goldes, das in der Regel als Fluchtanlage in Krisenzeiten genutzt wird, steigt um fast 6 Prozent auf 1.335 US-Dollar.

Auch am deutschen Aktienmarkt rechnen Experten mit einer Schockreaktion. Vorbörslich erwarten Experten einen Fall des DAX um 9 Prozent auf etwa 9.400 Punkte. Einige deutsche Standardwerte werden dabei besonders unter dem Brexit leiden. Das Analysehaus Independent Research hat bei folgenden deutschen Standardwerten ein hohes Risiko im Falle eines Brexit ausgemacht:

1. Die Finanzwerte 
 

Allianz: Der Versicherer nimmt 6 Prozent seiner Bruttoerträge in Großbritannien ein. Der Einfluss auf das Versicherungsgeschäft selbst dürfte gering sein, das Wechselkursrisiko stuft Independent Research aber als hoch ein.

Deutsche Bank: Der deutsche Banken-Primus wäre von einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union besonders hart getroffen. Rund 20 Prozent seiner Gesamterträge erzielt er laut Independent Research im Finanzzentrum London.

Deutsche Börse: Rund 26 Prozent ihrer Umsatzerlöse erzielt die Deutsche Börse auf der Insel. Ein Austritt dürfte zudem die geplante Fusion mit der London Stock Exchange gefährden.

Münchener Rück: Der Rückversicherer nimmt 10 Prozent seiner Bruttobeiträge in Großbritannien ein. Er hat daher ein erhebliches Wechselkursrisiko im Falle eines Brexit. Das Versicherungsgeschäft selbst dürfte nur wenig betroffen sein.

2. Die Automobilhersteller: 
 

BMW: Der Münchener Autobauer verkauft 10 Prozent seiner Pkw und 6 Prozent seiner Motorräder auf der britischen Insel. Großbritannien ist für BMW der größte Einzelmarkt in Europa nach Deutschland.

Daimler: Wie bei BMW ist auch bei Daimler Großbritannien der größte Einzelmarkt in Europa nach Deutschland.

3. Versorger und Industrie: 
 

Eon: Der Versorger machte 2015 rund 30 Prozent seines Umsatzes in Großbritannien.

RWE: Auch RWE erlöste 2015 mit 22 Prozent einen nicht unerheblichen Teil seines Umsatzes in Großbritannien.

Heidelbergcement: Der Zementhersteller erzielt etwa 13 Prozent seines Umsatzes in Großbritannien. Das Risiko wird nach eigenen Aussagen aber vor allem auf der Währungsseite gesehen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/kgb/smh

(END) Dow Jones Newswires

June 24, 2016 01:19 ET (05:19 GMT)

Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.

© 2016 Dow Jones News
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