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Die Tage der Entscheidung und das große Bild

Heute hat sich der DAX wieder etwas erholt. Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage ist das erst einmal nichts weiter als eine sogenannte "technische Gegenreaktion".

Diese entsteht folgendermaßen: Die ängstlichen Verkäufer sind aus dem Markt, die etwas Besonneneren warten darauf, wie sich die Märkte weiter entwickeln. Gleichzeitig haben Anleger mit größeren Depots erste Positionen veräußert und warten auf neue Signale.

Das ist genau die richtige Zeit für sehr kurzfristig agierende und spekulative Trader, die eben auf solche Gegenbewegungen warten. Zudem steigen erste Anleger ein, welche die aktuellen Kurse als Einstiegskurse sehen. Beides zusammen treibt kurzfristig die Kurse. Aber Sie sollten vorsichtig sein! Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Das ist daher ein idealer Zeitpunkt für eine erste Standortbestimmung im DAX. Schauen wir uns dazu die Charts an:

Wir sehen, dass der DAX aus seiner mehrere Monate andauernden Seitwärtsbewegung nach unten ausgebrochen ist. Das ist erst einmal negativ zu werten. Allerdings ist dies durch ein "überraschendes externes" Ereignis hervorgerufen. Das senkt die Qualität dieses Signals. Es bleibt demnach abzuwarten, wie sich der DAX weiter entwickelt. Gelingt die nachhaltige Rückkehr in das blaue Rechteck, kann dieses in den kommenden Wochen fortgesetzt werden.

Die bearishe Variante

Im Moment kann man die aktuelle Gegenbewegung aber auch noch als Test dieser Seitwärtsbewegung von unten bezeichnen. Dieser Test ist (aus Sicht der Bären) erfolgreich, wenn es der DAX nicht schafft, dauerhaft in die Seitwärtsbewegung zurückzukehren. Dann müssen wir damit rechnen, dass auch noch die 8.700er Marke getestet wird. Das gilt vor allem dann, wenn wieder deutlichere Abwärtsdynamik aufkommt.

Ein mögliches Ende der Konsolidierung

In diesem Fall wird sich eine Art "Rounding" (siehe Halbkreis) ausbilden. Falls sich der DAX anschließend an dieser 8.700er Marke fängt, könnte das der Boden der 2015 begonnenen Konsolidierung sein (siehe rot gestrichelte Linien). Das Kursziel läge dann im Bereich der alten Hochs bei 11.400 Punkten.

Das große Bild

Wenn der DAX jedoch die 8.700 Marke nach unten bricht - und zwar nachhaltig und dynamisch -, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir weiter fallende Kurse sehen. Dazu folgender Chart:

Der DAX hat von 2009 bis 2015 eine beachtliche Rally hingelegt. Die aktuelle Konsolidierung ist aus diesem Betrachtungswinkel durchaus normal. Und auch die Brexit-Reaktion wirkt auf diesem Chart noch moderat. Diese Konsolidierung kann, ohne dass das bullishe Bild eingetrübt wird, auch noch bis zur 50Prozent-Marke weitergehen. Wie im Chart zu erkennen ist, liegt diese Marke bei knapp 8.000 Punkten. Etwas oberhalb dieser Marke, bei ca. 8.150 Punkten, befinden sich die alten großen Hochs aus den Jahren 2000 und 2007 (rote Linie).

Ein Rückfall bis an diese Hochs wäre also aus übergeordneter Sicht nicht mehr als ein Test dieses Ausbruchniveaus. Ein solcher Test - inklusive des dafür unvermeidlichen Rückfalls! - ist bullish, wenn der Kurs danach wieder nach oben dreht. Anders gesagt: Erst Kurse deutlich unterhalb der roten Unterstützung würde den bullishen Eindruck eintrüben.

Fazit:

Kurzfristig stellt sich die Frage, ob der DAX in die jüngste Seitwärtsbewegung zurückkehrt oder nicht. Längerfristig beschäftigen wir uns aber nach wie vor mit der Frage, auf welchen Niveau die aktuelle Konsolidierung ein Ende findet. Sie können sich dazu an den oben genannten Marken orientieren und damit gleichzeitig auch feststellen, wie der Markt den Brexit einstuft.

Viele Grüße

Ihr

Sven Weisenhaus

© 2016 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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