Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Merkel kündigt stärkere Nato-Präsenz in Osteuropa an
Die Nato-Staaten werden auf dem am Freitag beginnenden Gipfel eine stärkere militärische Präsenz in Osteuropa beschließen. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag bei einer Rede im Bundestag an. Russland habe die osteuropäischen Bündnispartner zutiefst verstört. "Sie brauchen die eindeutige Rückversicherung durch die Allianz", sagte die Kanzlerin vor den Abgeordneten.
DIHK streicht Exportprognose für Großbritannien massiv zusammen
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet nach dem Brexit-Referendum, dass die Ausfuhren nach Großbritannien schon in diesem Jahr sinken werden. Für kommendes Jahr sagt der DIHK nach einer Blitzumfrage unter 5.600 Firmen einen Einbruch der Exporte voraus. Bisher lautete die Schätzung des Verbands auf ein Exportwachstum von 5 Prozent im laufenden Jahr. Wegen der kräftigen Abwertung des Pfundes und der konjunkturellen Schwächung der Wirtschaft gerade bei den Investitionen rechnet der DIHK nun mit einem Rückgang der Exporte um 1 Prozent in 2016 und um 5 Prozent in 2017. Großbritannien ist für die deutsche Wirtschaft der drittwichtigste Handelspartner nach den USA und Frankreich. Vergangenes Jahr lieferten hiesige Unternehmen Waren und Güter im Wert von knapp 90 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich.
Britische Industrieproduktion im Mai gesunken
Die britische Industrie hat im Mai nach einem zweimonatigen Zwischenhoch weniger produziert. Im Vergleich zu April sank der Ausstoß um 0,5 Prozent, wie die Statistikbehörde ONS berichtete. Er hat sich damit aber besser als von Volkswirten erwartet entwickelt, die von einem Minus von 1,0 Prozent ausgegangen waren. Zu dem Rückgang trug auch die wärmere Witterung bei, so dass weniger Strom benötigt wurde. Die Energieerzeugung wird in die Industrieproduktion eingerechnet. Im Vergleich zu Mai 2015 lag die Industrie aber um 1,4 Prozent im Plus. In März und April hatte der Sektor noch deutlich zugelegt.
EVP-Politiker warnen vor TTIP-Scheitern als Folge des Brexits
Die Mittelstandspolitiker der Europäischen Volkspartei (EVP) warnen vor einem Scheitern der TTIP-Verhandlungen als Folge des geplanten Brexits. Mit Großbritannien drohe die EU den wichtigsten Befürworter des transatlantischen Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA zu verlieren, erklärte der Sprecher des EVP-Mittelstandskreises, Markus Pieper. Die Kommission dürfe auch deshalb den Briten die Tür für einen Verbleib in der EU nicht vorschnell zuschlagen.
Interventionen lassen SNB-Währungsreserven wachsen
Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juni im Zuge von Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des Schweizer Franken gewachsen. Nach Mitteilung der SNB erhöhten sich die Reserven auf 609,8 von 602,1 Milliarden Franken. Das entsprach rund 95 Prozent des schweizerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die SNB hatte am 24. Juni, einen Tag nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt Großbritanniens, bestätigt, am Devisenmarkt interveniert zu haben. Angaben zum tatsächlichen Interventionsvolumen wollte eine SNB-Sprecherin am Donnerstag nicht machen.
Chinas Währungsreserven im Juni überraschend gestiegen
Die chinesischen Währungsreserven lagen per Ende Juni unerwartet höher als einen Monat zuvor. Volkswirte hatten mit einem Rückgang gerechnet, nachdem sich der Yuan gegenüber dem US-Dollar nach dem Brexit-Votum in Großbritannien abgeschwächt hatte. Die Devisenbestände erhöhten sich um 13,43 Milliarden auf 3,205 Billionen Dollar, nachdem sie im Vormonat noch um 27,93 Milliarden Dollar geschrumpft waren, wie die Zentralbank People's Bank of China mitteilte. Der Konsens der sieben vom Wall Street Journal befragten Ökonomen lautete dagegen auf einen weiteren Rückgang im Juni von 22 Milliarden Dollar.
SPD will im Untersuchungsausschuss zur VW-Affäre auch Dobrindt vernehmen
Im Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Abgas-Affäre bei Volkswagen will die SPD auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und VW-Manager vernehmen. Dobrindt werde "sicherlich ein Zeuge unter vielen sein, wie auch der eine oder andere aus der Management-Etage von VW", sagte Ausschussmitglied Dirk Wiese (SPD) der Saarbrücker Zeitung vom Donnerstag. Am Nachmittag soll sich der Ausschuss konstituieren. Das Gremium will nach Angaben Wieses auch Empfehlungen abgeben, wie bei künftigen Verfehlungen von Unternehmen mit Entschädigungen für deutsche Kunden umgegangen werden soll.
+++ Konjunkturdaten
+ Griechenland
Arbeitslosenquote April 23,3% (März: 23,7%)
+ Norwegen
Industrieproduktion Mai +0,2% gg Vormonat, -3,1% gg Vorjahr
Industrieproduktion März-Mai +0,7% gg Dez-Feb
+ Großbritannien
Halifax Hauspreisindex Juni +1,3% gg Vm, +8,4% gg Vj
+ Schweiz
Verbraucherpreise Juni -0,4% (PROGNOSE: -0,5%) gg Vorjahr, +0,1% gg Vormonat
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July 07, 2016 07:30 ET (11:30 GMT)
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