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Börse-Intern
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Die Short-Position des Lebens - zerstört

Falls Sie zufällig zu den sehr, sehr wenigen Menschen gehören, denen ganz selten mal ein Trade komplett aus dem Ruder läuft, wird es Sie freuen, dass dies auch sehr berühmten Anlegern so geht.

Die Macht der Worte

Als das Abstimmungsergebnis zum Brexit bekanntgegeben wurde und den Markt auf dem falschen Fuß erwischte, stieg der Bund-Future auf fast 169 Punkte. Mir fiel in diesem Zusammenhang ein, dass der bekannte Fonds-Manager Bill Gross im Mai 2015 einen Short-Trade auf den Bund-Future als die "Short-Position des Lebens" bezeichnete und daraufhin der Index tatsächlich erst einmal einbrach. Die Macht seiner Worte!

Wir schrieben damals schon, dass der Bund-Future nicht unbedingt nachhaltig einbrechen muss, sondern sich jahrelang im Bereich der 160er Marke aufhalten könne (siehe "Börse-Intern" vom 6. Mai 2015). Und tatsächlich stieg er nach dem Einbruch von 2015 wieder kontinuierlich an und hält sich seitdem in diesem Bereich auf. Der Short des Lebens wurde dadurch eher zu einem Albtraum.

Denn Anleger, die auf den ausgewiesenen Bond-Experten Bill Gross hörten, haben viel Geld verloren. Zumindest wenn sie auf einen anhaltenden Abwärtstrend gesetzt haben (Short-Position des Lebens). Sicher, Bill Gross hatte damals selbst das Problem des Timings angesprochen. Doch nach mehr als einem Jahr kann man auch damit nicht mehr argumentieren.

Ansonsten ist jeder Index oder jede Aktie "ein Short des Lebens", denn irgendwann wird man mit dieser Aussage immer mal richtigliegen.

Die Auflösung einer Schieflage?

Wahrscheinlicher ist also ein anderes Motiv, auf das wir schon damals hingewiesen hatten: Bill Gross könnte mit seiner Aussage versucht haben, ein eigenes Problem zu lösen. Denn wenn er, wie viele andere, bereits mehrere Monate zuvor darauf gesetzt hatte, dass der Bund-Future fällt, dürfte seine Position im April 2015 in übler Schieflage gewesen sein. Auch der Hintergrund für diesen zu frühen Short-Trade wäre nachvollziehbar: Ihm, als ausgewiesenen Bond-Experten, schien es sicherlich nahezu unmöglich, dass der Index auf oder sogar über 160 Euro steigt. Wenn Bill Gross tatsächlich in Schieflage gewesen war, dann wird er den von ihm verursachten Einbruch sicherlich dazu genutzt haben, um seine Position deutlich zu verkleinern. Ein Geschenk von denen, die ihm folgten…

Die Essenz aus diesem Ereignis

Die Essenz aus diesem Sachverhalt ist eindeutig: Seien Sie höchst vorsichtig, wenn solch bekannte Namen wie Gross, Soros und andere Börsentipps preisgeben, besonders wenn diese Leute große Fonds oder Portfolios betreuen. Denn Sie können sicher sein, dass dort niemand aus selbstlosen Gründen die Menschheit mit guten Trading-Tipps versorgen wird. Und Sie sollten sich gerade bei kostenlosen Aktien- und Spekulationstipps immer fragen: Welche Motivation könnte dahinter stecken. Das gilt natürlich auch für die Aktienbewertungen von Banken, Ratingagenturen und anderen Institutionen.

Die Medien, die Medien

Und noch etwas ist aus diesem Beispiel zu lernen: Die Medien schrieben damals, dass der Kurseinbruch im Bund-Future vielleicht damit zu tun hätte, dass die EZB im Falle von steigenden Inflationsdaten vielleicht doch schon früher die Anleihekäufe zurückfahren werde. Wir schrieben dazu (siehe oben genannten Link): "Dieses Gerücht ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder einmal Folge des Kurseinbruchs, sicherlich nicht der Auslöser." Und wenn man sich die weitere Geschichte anschaut, weiß man, dass dieses Gerücht Unsinn war.Es belegt das, was wir hier immer wieder betonen: Die Nachrichten folgen den Kursbewegungen, nicht die Kursbewegungen den Nachrichten.

Und warum geben wir kostenlose Aktientipps?

Nach dem oben geschriebenen könnte bei Ihnen die Frage aufkommen, welche Motivation uns umtreibt, einen kostenlosen Newsletter herauszugeben. Bei uns ist die Sachlage aber eindeutig: Wir wollen Sie mit den Informationen hier in der "Börse-Intern" davon überzeugen, dass auch unsere kostenpflichtigen Börsenbriefe eine sehr gute Wahl für Sie sind. Und das können wir natürlich nur, wenn die Marktbetrachtungen hier in diesem Newsletter wirklich gut sind. Kurz: Die Inhalte von "Börse-Intern" sind demnach ein Garant dafür, dass wir stets unser Bestes für Sie geben!

Viele Grüße

Ihr

Sven Weisenhaus

© 2016 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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