Traf unlängst einen guten Bekannten, der sich nicht nur gelegentlich, sondern sogar ziemlich oft Gedanken über den ökonomischen und politischen Zustand Deutschlands und der EU macht. Man könnte ihn ohne weiteres als einen gebildeten und neuerdings permanent "besorgten" Mitbürger bezeichnen. Jemand aus der gehobenen Mittelschicht. Und jemand, der von sich behauptet, in politischen Angelegenheiten durchaus rational zu entscheiden und, was für ihn noch viel wichtiger ist: Er hält sich für einen unbefangenen, neutralen Beobachter.
Wer sich mit den Erkenntnissen der Verhaltensökonomik befasst, weiß, dass die meisten Menschen keine neutralen Analysten sind. Das gilt nicht nur für die Finanzmärkte, sondern auch für die Politik. So werden etwa bei wichtigen politischen Entscheidungen, wie etwa unlängst dem Brexit-Referendum, meist nicht Kosten oder Nutzen einer Entscheidung gegeneinander abgewogen. Vielmehr sind es am Ende die einfachen Parolen, Vorschläge oder Ideen, die den Ausschlag geben, wofür sich ein Wähler entscheidet. Interessanterweise handelt es sich dabei gleichzeitig um die Zutaten, aus denen Ideologien zusammengebraut werden.
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