FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 23. August 2016. Anleger begleiten die Verluste bei deutschen und europäischen Aktien mit Gewinnmitnahmen und Neupositionierungen. Bei Rentenwerten überzeugen Portfolios mit Kurzläufern.
Analog zum deutschen Aktienmarkt gönnen sich Anleger scheinbar eine Verschnaufpause. Händler berichten von einem ruhigen ETF-Geschäft in der vergangenen Woche. "Mit knapp 26.000 liegt die Anzahl der Trades saisonbedingt unter dem Durchschnitt", meldet Frank Mohr. Über alle Anlageklassen hinweg dominierten bei der Commerzbank Abflüsse im Verhältnis 54 zu 46 Prozent.
Während sich der Anlegerfokus bei Aktien und Anleihen mit 72 und 14 Prozent vom gesamten Handelsaufkommen in etwa auf dem gewohnten Niveau bewege, liege das Geschäft mit Rohstoffprodukten deutlich darüber. "Gegenüber den üblichen 2 bis 3 Prozent sind 13 Prozent schon bemerkenswert." Anleger vertrauten in diesem Segment zumeist auf Gold- (WKN A0S9GB) und Platin-ETCs (WKN A0N62D). Ebenso fänden Tracker des marktbreiten Commerzbank Commodity Monthly Eur Hedged Index (WKN ETF090) in Summe Abnehmer.
Tendenz kaum erkennbar
Auch die Kunden der Unicredit setzten ihr Augenmerk vermehrt auf Gold-Werte (WKN A1AA5X), wie Oliver Kilian bemerkt, der die vergangene Handelswoche als entspannt beschreibt. Ansonsten stünden Unternehmen der europäischen Industrienationen bei Käufern und Verkäufern gleichermaßen hoch im Kurs. Mehr Potenzial scheinen Investoren hiesigen Unternehmen zuzutrauen. DAX-Investments (WKN A0X9AA), die von fallenden Kursen profitieren, würden in Summe abgestoßen. Gleichzeitig deckten sich Anleger verstärkt mit Long-Produkten auf den deutschen Aktienindex (WKN 593393, LYX0AC) ein. Bei DAX-ETFs dominierten mit rund 65 Prozent die Zuflüsse, während S&P 500-ETFs (WKN A1C22M) in Summe aus den Depots rausgekommen seien.
Mohr meldet einen leichten Verkaufsüberhang für DAX- (WKN ETF001) und Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 593395). "Hier ging viel hin und her." Gleichzeitig fänden Anleger Gefallen an japanischen Aktien etwa im Nikkei (WKN ETF020) und an Unternehmen aufstrebender Länder im MSCI Emerging Marktes (WKN ETF127). "Bei beiden griffen Investoren zu."
Mit gutem Gewissen investieren
Dag Rodewald von der UBS spricht von einer ansehnlichen Woche im ETF-Handel. Relativ großen Zuflüssen stünden kleinere Verkaufstickets gegenüber. MSCI World-ETFs (WKN A0NCFR) kämen bei Anlegern ebenso gut an wie Tracker des MSCI World Socially Responsible Index (WKN A1JA1R). Letzterer setze auf Unternehmen mit einem hohen Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung. Ökologie und Nachhaltigkeit spielten auch bei den rege gehandelten und zumeist gekauften MSCI Emerging Marktes Socially Responsible Index-Produkten (WKN A110QD) eine Rolle.
Das kurze Ende überzeugt
Im Bereich Fixed Income macht Kilian Kaufinteresse an europäischen Staatsanleihen etwa im Barclays Capital Euro Treasury Bond Index (WKN A0RL83) aus.
Mohr spricht von einem Trend weg von Langläufern hin zu Bonds mit kurzer Restlaufzeit. Er macht dies fest an überwiegenden Abgaben von Anteilen am iBoxx € Liquid Sovereigns Diversified 25+-ETF (WKN ETF509) und an einem Tracker europäischer Staatsanleihen mit Restlaufzeit zwischen 15 bis 30 Jahren (WKN A0LGP5). Geldmarktnahe Werte im Commerzbank Eonia Index (WKN ETF100) fänden überwiegend Abnehmer. "Es sieht so aus, als bereiteten sich Anleger zunehmend auf negative Einlagen-Zinsen vor", vermutet der Händler.
Immobilien bleiben beliebt
Als durchschnittlich beschreibt Mohr die Bewegungen bei Branchen-ETFs. Aktien aus der Grundstoffe-Industrie beispielsweise im Stoxx Europe 600 Basic Resources (WKN A0F5UK) stünden mehrheitlich zur Disposition. Einen leichten Kaufüberhang macht der Händler für MSCI Europe Materials-ETFs (WKN A0X9SL) aus. Gleichzeitig würden Immobilienaktien etwa im Stoxx Europe 600 Real Estate (WKN A0Q4R4) auf niedrigem Niveau gekauft.
von: Iris Merker 23. August 2016
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