In den USA könnten mehr Stellen geschaffen werden. Es gibt mehr Jobs als derzeit besetzt werden können. Die Unternehmen finden aber einfach keine qualifizierten Arbeitskräfte. Stagnierende Produktivität und Löhne geben der Politik Rätsel auf. Das Rätsel ist zwar noch nicht gelöst, aber die Schuldigen sind gefunden: die Arbeitnehmer.
In den USA stehen die Präsidentschaftswahlen an. Die Wahlprogramme sind dabei nur mäßig inspirierend und gehen an einem der Kernprobleme vorbei. Der US-Arbeitsmarkt läuft zwar grundsätzlich rund, doch hinter den Kulissen kracht es und es zeigt sich ein marodes System.
Viele Marktteilnehmer waren enttäuscht, dass im August nur 150.000 neue Jobs geschaffen wurden. Die Höhe dieser Zahl ist meiner persönlichen Einschätzung nicht das Problem. Sie ist absolut ausreichend und gesund. Das Problem liegt vielmehr darin, dass mehr Stellen geschaffen werden könnten. Grafik 1 zeigt die Anzahl offener Stellen und die Anzahl an Neueinstellungen. Seit zwei Jahren erreicht die Zahl offener Stellen regelmäßig neue Rekorde, doch die Zahl an Neueinstellungen stagniert.
Die Situation lässt sich also so zusammenfassen: es gibt mehr Jobs als derzeit gefüllt werden können. Die Arbeitslosigkeit könnte sehr viel schneller zurückgehen als es aktuell der Fall ist. Das funktioniert jedoch nicht, weil Unternehmen keine Arbeitskräfte finden. Das ist kein Paradoxon, sondern die Folge jahrelang verfehlter Politik.
