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HSH Nordbank
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Aktien weekly: Die Trump-Rallye in den USA geht weiter. Die EU- und US-Werte driften auseinander.

An den Aktienmärkten ging es in der letzten Woche wieder leicht bergauf. Der DAX gewann 0,4% im Vergleich zum letzten Donnerstag und der Eurostoxx 0,6%. In den USA legte der S&P 500 sogar 1,3% zu. Im DAX wurden allerdings nur Verluste der Vorwoche wieder gut gemacht, der S&P 500 hingegen war in den letzten Wochen eindeutig aufwärts gerichtet. Denn an den US-Märkten ergab sich seit der Wahl Donald Trumps die stärkste Präsidentenrallye der letzten 100 Jahre. So erreichte der Dow Jones in dieser Woche ein neues Rekordniveau und blieb zum ersten Mal im Tagesdurchschnitt über der 19.000er-Marke. Einzelne Sektoren - wie der Finanzsektor, der Öl- und Gassektor, der Verteidigungssektor und jene Unternehmen, die stark an der Bautätigkeit hängen - haben auf Basis der Erwartungen, die Trump im Wahlkampf geschürt hat, am stärksten zulegen können. Von seinen Deregulierungs-, Steuersenkungs- und Ausgabenprogrammen würden vornehmlich US-amerikanische Unternehmen profitieren - dass dieser Optimismus die europäischen Aktienmärkte nicht in gleichem Ausmaß bewegt verwundert daher nicht.

Betrachtet man die Entwicklung der relativen Bewertung des S&P 500 und dem Stoxx Europe 600 anhand der Relation der Kurs-Gewinn-Verhältnisse der letzten fünf Jahre, zeigt sich, dass die europäischen Titel im Verhältnis zu ihrem US-Gegenstück rund 16% niedriger bewertet sind. Allerdings: im Jahr 2012, also auf dem Höhepunkt der Eurokrise, lag die Bewertung im Stoxx Europe sogar 20% unter der im S&P. Man sieht, dass das Auseinanderdriften bereits seit Anfang/Mitte 2015 in Gange ist. Die Euphorie über das europäische QE-Programm entfachte rasch starke Kursgewinne, die aber im Verhältnis zur US-Entwicklung seitdem wieder abgeschmolzen sind. Seit der Wahl Donald Trumps (ganz am Ende der Zeitreihe) scheint sich dieser Trend noch einmal deutlich verstärkt zu haben.

Ob es an den US-Märkten mit dem neuen Präsidenten so dynamisch weiter läuft wie bisher - und auch ob die Auseinanderentwicklung zwischen US- und Europa-Aktien weiter geht - wird sich wohl erst nach der Amtseinführung (20. Januar) entscheiden. Wenn der Präsident etwa große Probleme bei der Umsetzung seines Programmes bekommt, könnte sich die Bewertung an den Finanzmärkten wieder schnell ändern. In den kommenden Wochen bleibt die Unsicherheit in Europa allerdings groß: Mit der Präsidentenwahl in Österreich, wo der Rechtspopulist Norbert Hofer vorne liegt, und dem Verfassungsvotum in Italien, wo der Reformer Matteo Renzi eine empfindliche Niederlage einfahren könnte, stehen zwei große politische Entscheidungen an, die das Potential haben, die Märkte stark zu destabilisieren.


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