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11.04.2017 | 19:17
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Der DAX hat am 3. April sein Allzeithoch getestet und mit dem Hoch bei 12.375,58 Punkten nur knapp verfehlt (siehe auch Börse-Intern vom 4. April). Seitdem befindet er sich in einer kleinen Konsolidierung. Dabei fiel der Index in seine Aufwärtstrendkanäle (grün und gelb im Chart) sowie unter die (blauen) Keillinien und die Mittellinie bei 12.235 Punkten zurück.

DAX - Target-Trend-Analyse

Damit haben wir zwar einige bearishe Signale gesehen, im Vergleich zur vorangegangenen Aufwärtsbewegung wurde aber noch nicht viel Porzellan zerschlagen. So ist die Tendenz von höheren Tiefs und damit der eigentliche Aufwärtstrend noch voll intakt. Das Allzeithoch erweist sich also als der erwartete Widerstand, aber die Bären können das bislang nur begrenzt zu ihren Gunsten nutzen.

Der April gilt als besonders bullisher Börsenmonat

Möglicherweise schaffen sie das auch weiterhin nicht, denn der April ist statistisch ein besonders bullisher Börsenmonat. In den letzten Jahrzehnten war der April der viertbeste Monat eines Börsenjahres.

DAX - Saisonalität
(Quelle: www.stockstreet.de/saisonale-charts)

Und insbesondere in US-Nachwahljahren, wie wir aktuell eines erleben, zeigt sich der DAX üblicherweise in der ersten Jahreshälfte insgesamt und speziell im April sehr stark.

DAX - saisonaler Verlauf in US-Nachwahljahren
(Quelle: www.stockstreet.de/saisonale-charts)

Hinzu kommt, dass neben der Saisonalität auch das Sentiment, also die Stimmung unter den Marktteilnehmern, auf weiter steigende Notierungen hindeutet, wie wir gestern erfahren haben.

Respekt vor dem Allzeithoch

Und vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Aussichten könnte das Allzeithoch im DAX schon sehr bald fallen. Denn die Stimmungsindikatoren haben zuletzt sehr hohe Werte erreicht (siehe auch Börse-Intern vom 28. März), womit sie signalisieren, dass sich (auch global) das Wachstum fortsetzen wird. Das sind zugleich positive Vorgaben für die Aktienmärkte.

Konjunkturerwartungen mit positivem Ausblick auf die kommenden sechs Monate

Passend dazu wurde heute der ZEW-Index für Deutschland veröffentlicht. Demnach sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im April 2017 deutlich um 6,7 auf 19,5 Punkte angestiegen, womit der Indexwert den höchsten Stand seit August 2015 erreicht hat (siehe Grafik).

ZEW-Index

Der langfristige Durchschnitt seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991 von 23,9 Punkten ist damit zwar noch nicht übertroffen, aber immerhin wurde schon wieder das Niveau vor der Brexit-Abstimmung im Juni 2016 erreicht. Auch die aktuelle Lage wird positiv eingeschätzt. Der Teilindex erhöht sich um 2,8 Punkte auf einen Wert von 80,1 Punkten und weist damit das höchste Niveau seit Juli 2011 auf. Aber vor allem aufgrund des verbesserten Erwartungen ergibt sich ein positiver Ausblick auf die deutsche Konjunktur in den kommenden sechs Monaten.

Zwar hinken die harten realwirtschaftlichen Produktionsdaten der Stimmung derzeit hinterher, doch moderates Wachstum bei sinkender Arbeitslosigkeit war schon immer eine gute Basis für ordentliche Gewinnperspektiven bei den Unternehmen. Das gilt vor allem dann, wenn dabei Lohn- und Inflationsanstieg niedrig bleiben. Und beides ist derzeit der Fall. Die Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne wiederum war immer eine gute Basis für höhere Aktiennotierungen.

Schwung holen für den Ausbruch nach dem Verfallstag?

Mit Blick auf die Verfallstagsgrafik aus der gestrigen Börse-Intern und die charttechnische Prognose vom 4. April könnte dies aber auch erst nach einer weitergehenden Gegenbewegung bis zum Verfallstag der Fall sein.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


© 2017 Börse-Intern