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Klartext: Lufthansa und Syngenta

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Lufthansa-Aktie ist Teil des DAX - und hat auf Sicht der letzten 12 Monate und auch kurzfristiger deutlich besser abgeschnitten als dieser, siehe Chart:

Chart Lufthansa-Aktie

Chart Lufthansa-Aktie

Quelle: tradingview.com

Zuletzt eilte die Aktie nahezu täglich von einem frischen 12-Monats-Hoch zum Nächsten. (Ich spare mir hier drögen pseudo-lockeren Finanzmarkt-Jargon der Art "Lufthansa-Aktie hebt ab" etc. pp.). Die Performance erreichte auf Sicht von drei Monaten gut 28% Plus - das kann sich für einen DAX-Titel wirklich sehen lassen. Auf Jahressicht stehen gar knapp 42% Zuwachs zu Buche.

Wie ist denn die Nachrichtenlage bei der Lufthansa derzeit? Am Mittwoch meldete sich die Lufthansa gleich zwei Mal zu Wort. Zum einen hieß es, dass im Winter-Flugplan ab Frankfurt sechs neue Ziele enthalten sein sollen: Kuusamo, Cluj und TimiÈ'oara, Reykjavik, Palermo und Santiago de Compostela. In Letzteres sollte man vielleicht eher zu Fuß reisen.

Lufthansa: Am 12. Juni stehen neue Zahlen an.

Und zweitens teilte die Lufthansa mit, dass sie insgesamt 25 neue Maschinen für ihre Flugschule in Arizona kaufen werde. Was für ein Modell? Cirrus SR 20 - sagt mir nix. Mal nachgeschaut: Ach, das sind einmotorige Leichtflugzeuge (Viersitzer). Mithin haben diese 25 Flugzeuge ein Einkaufsvolumen von rund 11,5 Mio. Euro - also für einen Konzern wie die Lufthansa keine große Sache. Diese Neuigkeiten sind also wohl nicht gerade verantwortlich für den Kursanstieg der jüngsten Wochen. Aber sie sprechen auch nicht dagegen. Die nächsten planmäßigen spannenden Zahlen stehen für den 12. Juni an: Dann will die Lufthansa die Verkehrszahlen für Mai veröffentlichen.

Dann der Blick auf Syngenta:

Bei Syngenta ist die Übernahme durch ChemChina nun nahezu abgeschlossen. Am heutigen 7. Juni soll der Kaufpreis für die Syngenta-Aktien überwiesen werden, die ChemChina noch im Rahmen der möglichen Frist angedient worden sind. Laut Syngenta hat ChemChina im Rahmen des Übernahmeangebots rund 94,7% der Syngenta-Aktien erhalten und hat damit nun beim Schweizer Agrarchemie-Spezialisten das Sagen. So weit, so klar.

Aber was ist jetzt eigentlich mit den Aktionären von Syngenta, die das Übernahme-Angebot nicht angenommen haben? Nun, die halten ihre Papiere noch und die werden auch noch an der Börse gehandelt (wenn natürlich auch die Handelsvolumina niedriger sein dürften, da ChemChina nun ca. 94,7% der Syngenta-Aktien hält).

Syngenta: Einstellung des Börsenhandels?

Es gilt aber folgendes zu beachten: Laut Syngenta hat der neue Herr ChemChina seine Absicht kundgetan, das Börsenlisting von Syngenta einzustellen und die restlichen Syngenta-Aktionäre per "squeeze out" (gegen Zahlung eines Abfindungsbetrags) herauszudrängen. Wenn, und das ist die Bedingung, ChemChina mindestens 98% der Syngenta-Aktien hält. Das ist derzeit noch nicht der Fall.

Deshalb möchte ChemChina laut Syngenta weiter Syngenta-Aktien kaufen - am freien Markt oder außerbörslich. Das Ziel dürfte klar sein: Mindestens 98% der Syngenta-Aktien zu erhalten, um dann einen "sqeeze out" durchführen zu können. Ob das klappt und wenn ja, wieviel ChemChina für Syngenta-Aktien zahlen möchte, das weiß wohl niemand außerhalb von ChemChina. Ich bin auch niemand.

Und hier noch das Zitat zum Tag: "Que sais-je? Was weiß ich schon?" - Michel de Montaigne

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

© 2017 Ethische Rendite
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2026 startet mit einem Paukenschlag: Der DAX outperformt den US-Markt, Nachzügler holen auf. Ein erstes Signal, dass der Bullenmarkt an Breite gewinnt. Während viele Anleger weiter auf die großen Tech-Namen setzen, hat sich im Hintergrund längst ein Umschwung vollzogen. Der Fokus verschiebt sich weg von überteuerten KI-Highflyern hin zu soliden Qualitätswerten aus der zweiten Reihe.

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