Von Telis Demos
NEW YORK (Dow Jones)--Die schweizerische Großbank Credit Suisse Group untersagt ihren Mitarbeitern den Handel mit gewissen Anleihen aus Venezuela. Die Bank begründet die Maßnahme einer internen Mitteilung zufolge mit dem politischen Klima in dem Land. Credit Suisse fürchte um ihre Reputation. Betroffen sei der Handel mit speziellen Staatsanleihen, eine davon mit Laufzeit bis 2036 und eine Anleihe der staatlichen Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela. Ebenfalls darunter fallen der Mitteilung zufolge Anleihen, die von staatlichen Stellen in Venezuela nach dem 1. Juni emittiert wurden.
Die Schweizer handeln diese Anleihen aus Venezuela zwar derzeit nicht, haben sich aber dennoch entschlossen, diese Papiere offiziell auf den internen Index zu setzen.
Allerdings hat die Credit Suisse nach eigenen Angaben nicht die Absicht, den venezolanischen Markt zu verlassen. Bestehende Kunden würden weiter betreut und neue Kunden sollten gewonnen werden. Anleihen, bei denen kein Reputationsrisiko für die Credit Suisse bestehe, würden weiter gehandelt, sagte eine Sprecherin der Bank.
Das von einer schweren Wirtschaftskrise getroffene Venezuela wird seit Anfang April von politischen Unruhen erschüttert. Die Opposition kämpft für die Absetzung des Staatschefs Nicolas Maduro. Sie wirft ihm vor, das Land zur Diktatur umzubauen. Im Verlauf der gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden bereits über 100 Menschen getötet. Der Schritt der Credit Suisse kommt nun einige Woche nachdem der Wettbewerber Goldman Sachs von der Opposition in Venezuela scharf kritisiert wurde. Mit dem Kauf von Staatsanleihen aus Venezuela unterstütze Goldman Sachs Maduro, so der Vorwurf.
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August 11, 2017 01:43 ET (05:43 GMT)
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