Von Christian Grimm
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Metallindustrie zeigt sich mit der überarbeiteten EU-Antidumpingverordnung einverstanden. Ohne die Reform sei die deutsche Industrie durch unfaire chinesische Billigkonkurrenz massiv bedroht, sagte die Chefin des Wirtschaftsverbandes Metalle, Franziska Erdle. "Deshalb freuen wir uns, dass mit der vorgelegten Verordnung die Grundlage dafür geschaffen wird, unsere Industrie adäquat zu schützen".
Erdle sprach von einem großen Erfolg der europäischen Industriepolitik, der durch die rechtzeitige Einbindung von Unternehmen und Verbänden ermöglich worden sei. In Zukunft kann die EU schneller Strafzölle auf gedumpte Produkte, wie zum Beispiel aus China, verhängen.
Die vorgelegte Antidumping-Grundverordnung ist so ausgestaltet, dass der europäischen Industrie kein zusätzlicher Aufwand beim Nachweis von Verzerrungen entstehen soll. Der Handelsausschuss des EU Parlaments wird am Donnerstag über die Einigung abstimmen. Die neue Antidumping-Verordnung soll dann ab 20. Dezember in Kraft treten.
Vor allem die europäischen Stahlhersteller waren in den vergangenen Jahren in einer existenzbedrohenden Lage, weil sie die Importe aus dem Reich der Mitte zu erdrücken drohten. China unterhält mit massiver staatlicher Unterstützung hohe Überkapazitäten in den Hütten.
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October 09, 2017 10:46 ET (14:46 GMT)
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