Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
VOLKSWAGEN - Zwei Jahre nach Ausbruch der Dieselaffäre hat Volkswagen noch großen Reformbedarf. "Wir sind bei Kilometer 5 eines Marathons. Volkswagen ist ein Konzern mit mehr als 600.000 Mitarbeitern, so etwas braucht Zeit", sagt Konzernvorstand Herbert Diess in einem Interview. Eine Mitverantwortung sieht Diess beim VW-Betriebsrat und dessen Vorsitzendem Bernd Osterloh. "Wir sind und teilweise uneinig darüber, wie schnell das Ganze über die Bühne gehen soll." (Handelsblatt S. 16ff)
LUFTHANSA - Die Übernahme eines Großteils des Air-Berlin-Geschäfts durch die Lufthansa steht in der angestrebten Form auf der Kippe. In Brüssel sind nach Angaben von Unterhändlern der involvierten Gesellschaften die Vorbehalte groß. Die EU-Kommission teilte hingegen mit, es gebe noch keine Entscheidung. (FAZ S. 19/Handelsblatt S. 20/SZ S. 21)
DEUTSCHE BANK - Die Deutsche Bank braucht eigentlich nicht dringend Geld. Warum verkauft sie trotzdem einen Teil ihrer Vermögensverwaltung? Das habe vor allem mit dem Wettbewerb zu tun, heißt es offiziell. Es gibt aber noch einen Grund, über den bislang kaum jemand spricht. Die Bank kann so teilweise die Fesseln der strengen Regeln für Bankerboni ablegen und ihre Fondsgesellschaft davon befreien lassen. Das wäre zwar auch ohne Börsengang möglich, aber intern schwer durchzusetzen. (SZ S. 19)
ZF - Der Machtkampf bei ZF Friedrichshafen eskaliert. Aufsichtsratschef Giorgio Behr tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Er wolle einer Verjüngung des Aufsichtsrates nicht im Wege stehen sowie anderen möglichen Veränderungen, sagte Behr, der zehn Jahre das Amt innehatte. Offensichtlich möchte Behr keinen Strategiewechsel mittragen. Im Handelsblatt hatte Behr noch seinen Rückzug mit Ablauf seiner Amtszeit Ende März 2018 angekündigt. (Börsen-Zeitung S. 16)
DEUTSCHE BAHN - Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, hat schwere Vorwürfe gegen die Politik erhoben. "Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht. Sie hält sich nicht an die Vorgaben des Aktienrechts", sagte Felcht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er hatte am vergangenen Freitag erklärt, sein Amt als oberster Aufseher der Bahn zum März 2018 niederzulegen. (FAZ S. 16)
STUTTGART 24 - Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird gut eine Milliarde Euro teurer als bislang kalkuliert. Die Deutsche Bahn rechne nun mit einem "Gesamtwertumfang" von 7,6 Milliarden Euro, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Bisher waren es 6,5 Milliarden Euro. Die Zahlen basieren auf einem neuen Gutachten der Unternehmen PWC sowie Emch+Berger. Der Bahnvorstand erwartet zudem, dass sich die Fertigstellung bis Ende 2024 verzögern werde. (FAZ S. 4 und 16/Handelsblatt S. 6/SZ S. 17)
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November 30, 2017 00:23 ET (05:23 GMT)
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