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Ist die Jahresend-Rallye bereits verfrühstückt?

Mit Steuersenkungen wird die US-Wirtschaft deutlich entlastet. Vor allem die Unternehmensseite profitiert. Über Umsatz- und Gewinnsteigerungen gewinnt damit der Fundamentalismus an Aktieneinfluss. Aber war die Steuerreform nicht bereits erwartet worden? Ist sie also schon in den Kursen eingepreist? Überhaupt, könnte ein steuersenkungsbedingt höheres Wirtschaftswachstum die US-Notenbank auf den Plan rufen, die dann über eine restriktivere Zinspolitik die Aktienstimmung stark drückt? Und droht den US-Finanzmärkten ähnlich wie 2011 Ungemach aufgrund des sich zuspitzenden Haushaltsstreits zwischen Demokraten und Republikanern mit der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit Amerikas?

Allein die vorerst bis 2025 begrenzten steuerlichen Entlastungen der privaten Haushalte von 1 Bill. US-Dollar sind bereits ein Stabilisator für die Binnenwirtschaft und schlagen sich in einer Befestigung von US-Konsumaktien nieder. Vor allem aber will die Trump-Regierung mit der permanenten und markanten Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 20 Prozent die Wettbewerbsfähigkeit des amerikanischen Wirtschaftsstandorts verbessern. Die Zeiten der USA als Hochsteuerland sollen beendet werden. In der Tat, nach der Steuerreform liegt der Steuersatz für Unternehmen im Vergleich zu anderen großen Industrieländern fast auf dem niedrigsten Niveau. Auch auf die Chancen der industriellen Revolution 4.0, der Digitalisierung, will man standortseitig gut vorbereitet sein. Mit um die Hälfte höheren Unternehmenssteuern ergibt sich dann für den Industriekonkurrenten Deutschland ein Wettbewerbsnachteil, der zu Investitions- und Steuerverlagerungen der innovativen deutschen Unternehmen in die USA führen wird.

Das Gewinnargument für US-Aktien gewinnt an Kraft

Über die Unternehmenssteuersenkung dürfte sich die bislang schon stabile Neuauftragslage in der US-Industrie gemäß ISM Index weiter verbessern. Damit ist 2018 ein noch dynamischeres Gewinnwachstum der Unternehmen zu erwarten, das historisch mit einer zeitlichen Verzögerung von sechs Monaten auf die Entwicklung dieses Frühindikators reagiert. Laut Analysteneinschätzungen sollen die Unternehmensgewinne 2018 um bis zu 20 Prozent zulegen.

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