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MÄRKTE EUROPA/Euro über 1,22 USD bremst Wochenstart aus

FRANKFURT (Dow Jones)--Leicht im Minus sind die europäischen Aktienmärkte am Montag in den Handel gestartet. Mit angezogener Handbremse geht es in die neue Woche. Denn in den USA ist mit dem "Martin Luther King Day" ein populärer Feiertag. Viele US-Händler dürften daher erst am Dienstag aus dem langen Wochenende kommen und die Märkte bewegen.

Zudem bremst der Euro: Er ist auf einem neuen Dreijahreshoch über der 1,22er-Marke zum Dollar gestartet und notiert bei 1,2220 Dollar. Für europäische Unternehmen, die stark vom Export abhängen, ist das tendenziell eher negativ. Ihn treibt zum einen die sinkende Realverzinsung in den USA mit den höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten, wie sich am Freitag in den Dezemberdaten gezeigt hat, und die Erleichterung über die wohl kommende Große Koalition in Deutschland. Zudem vermittelte das EZB-Protokoll am Donnerstag erkennbar falkenhafte Töne. Der DAX gibt um 0,2 Prozent nach auf 13.215 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,2 Prozent auf 3.605 Zähler.

Erleichterung über Regierung in Deutschland treibt 
 

"Investmentausländer haben in einer fehlenden Regierung in Deutschland immer ein mögliches Problem auch für ganz Europa gesehen", sagt ein Analyst. Da nun klar sei, dass Deutschland immer für Europa zahlen werde und den Zusammenhalt der Union damit sichere, werde nun ein Sicherheitsabschlag auf Euro und auch europäische Aktien entfernt. Im DAX seien dadurch trotz des steigenden Euro neue Allzeithochs in den kommenden Wochen möglich. Den endgültigen Startschuss könnten die deutschen Inflationsdaten am Dienstag und die europäischen am Mittwoch geben.

Anleihen und Inflation immer stärker im Blick 
 

Sorgen macht Anlegern aber der Blick auf den Anleihemarkt. "Steigende Zinsen auf diesem geringen Niveau können wirklich leicht weggesteckt werden, aber die Geschwindigkeit des Anstiegs darf nicht zu schnell sein", sagte ein Händler. Dies führe zu überhasteten Anpassungsreaktionen, unter denen auch der Aktienmarkt leide.

Nach der stärkeren US-Kerninflationsrate am Freitag schlossen die Renditen der US-Staatsanleihen in allen Laufzeiten höher. Vor allem die als besonders zinssensibel geltenden 2-jährigen T-Bonds sprangen über die psychologisch wichtige 2-Prozentmarke. Dies ist das erste Mal seit September 2008. Auch der Anstieg fiel heftig aus, die Bonds schlossen bei 2,001 Prozent nach 1,972 Prozent am Vortag.

Der Super-Konjunkturboom in den USA dürfte daher zu mehr Zinserhöhungen führen als bisher eingepreist. Der Gouverneur der Boston-Fed, Eric Rosengren, forderte "mehr als drei" Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Das ist weit jenseits der Markterwartung: Derzeit preisen die Fed-Funds-Futures selbst für drei Erhöhungen nur eine eher geringe Chance von 49 Prozent ein.

Adidas will in den USA wachsen 
 

Große Sektorbewegungen sind am Montagmorgen in Europa nicht zu erkennen: "Man sieht überall kleinere Gewinnmitnahmen, die aber eher auf Portfolioanpassungen zurückgehen", sagt ein Händler. So würden in den zuletzt stark gestiegenen Automobil- und Bankaktien Gewinne mitgenommen. Deren Sektorindizes notieren 0,4 Prozent im Minus. Weiter erholt zeigen sich dagegen die verschmähten Versorgertitel mit 0,2 Prozent Plus und Medienwerte mit 0,6 Prozent Aufschlag. Im DAX legen Prosiebensat.1 sogar 2,9 Prozent zu.

Adidas gewinnen 0,9 Prozent. Hier wird die Kampfansage an US-Wettbewerber Nike positiv gesehen. Den Auslöser liefert Adidas-Finanzvorstand Ohlmeyer, der in einem Interview mit der Börsen-Zeitung einen angestrebten Marktanteil in den USA von 15 bis 20 Prozent in den Raum geworfen hat. Marktforscher sehen hier bislang nur 10 Prozent.

Im MDAX fallen Metro nach Quartalszahlen um 2 Prozent. Vorstandschef Olaf Koch spricht von einem soliden Verlauf des Weihnachtsgeschäfts, was Marktteilnehmer nicht umhaut.

=== 
INDEX               zuletzt         +/- %         absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.604,69         -0,22           -7,92           2,87 
Stoxx-50           3.232,57         -0,32          -10,31           1,72 
DAX               13.214,91         -0,23          -30,12           2,30 
MDAX              26.820,75         -0,41         -111,68           2,37 
TecDAX             2.652,37         -0,43          -11,54           4,88 
SDAX              12.317,63         -0,03           -4,15           3,62 
FTSE               7.774,21         -0,06           -4,43         n.def. 
CAC                5.503,44         -0,25          -13,61           3,59 
Bund-Future         160,75%                          0,21          -0,64 
 
DEVISEN             zuletzt         +/- %    Mo, 8:21 Uhr  Fr, 17.25 Uhr  % YTD 
EUR/USD              1,2219        +0,04%          1,2215         1,2146  +1,7% 
EUR/JPY              135,19        -0,12%          135,35         135,11  -0,1% 
EUR/CHF              1,1794        -0,08%          1,1804         1,1797  +0,7% 
EUR/GBP              0,8894        +0,08%          0,8887         1,1265  +0,0% 
USD/JPY              110,65        -0,14%          110,81         111,24  -1,8% 
GBP/USD              1,3737        -0,04%          1,3743         1,3682  +1,7% 
Bitcoin 
BTC/USD           13.544,25        -0,41%       13.703,56      13.483,66  -5,71 
 
ROHÖL               zuletzt     VT-Settl.           +/- %        +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex             64,30          64,3              0%           0,00  +6,4% 
Brent/ICE             69,77         69,87           -0,1%          -0,10  +4,7% 
 
METALLE             zuletzt        Vortag           +/- %        +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)        1.341,04      1.337,70           +0,2%          +3,34  +2,9% 
Silber (Spot)         17,35         17,23           +0,7%          +0,12  +2,5% 
Platin (Spot)        998,25        994,55           +0,4%          +3,70  +7,4% 
Kupfer-Future          3,27          3,21           +1,9%          +0,06  -0,7% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 15, 2018 03:52 ET (08:52 GMT)

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