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19.01.2018 | 09:25
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

Nachdem die zehnjährigen Bund-Renditen in der vergangene Woche in Reaktion auf das EZB-Protokoll einen Niveausprung um rund zehn Basispunkte auf knapp 0,6 % vollzogen haben, kehrte wieder Ruhe an den Rentenmärkten ein. Aus dem Protokoll war deutlich geworden, dass die EZB - entgegen dem, was man aus der Pressekonferenz vom 14. Dezember 2017 schließen konnte - das QE-Programm vermutlich im September 2018 gänzlich beenden möchte. Man kündigte an, zu Beginn des Jahres die Kommunikation hinsichtlich des geldpolitischen Pfades zu ändern. Dabei gehe es nicht um die Abfolge der einzelnen Schritte. Wir sind versucht, den Satz zu ergänzen: …, sondern um das Tempo. Die Kommunikation müsse im Verlauf des Jahres graduell angepasst werden, um Schockwirkungen für die Finanzmärkte zu verhindern.

Ökonomisch macht die verbale Straffung der Gelpolitik angesichts der sehr robusten Konjunkturlage natürlich Sinn. Nur hatte EZB-Chef Mario Draghi bislang ein entgegengesetztes Erwartungsmanagement betrieben. Am Donnerstag (25.01.) findet die nächste EZB-Sitzung statt. Mit dem letzten Protokoll wurden Hoffnungen auf konkretere Informationen geweckt. Draghi wird der Presse vermutlich ein paar Andeutungen machen, die den kommunikativen Kurswechsel bestätigen. Der EZB-Rat scheint jetzt gewillt zu sein, das Ende von QE bald verbindlich anzukündigen. Dabei hat die EZB nicht nur die Konjunktur im Blick, sondern auch die anderen großen Notenbanken, die offen (Fed) oder versteckt (die BoJ-Daten weisen auf eine Reduktion der Bilanzsumme hin) mit dem Tapering begonnen haben. Vor diesem Hintergrund gilt: Je später man mit dem Ausstieg anfängt, desto schwieriger wird es, abrupte Zinsanstiege zu verhindern.

Für die kommenden Tage sind zwei Unsicherheitsfaktoren zu nennen, die sich in Form niedrigerer Renditen entladen könnte. Erstens droht in den USA erneut ein Verwaltungsstillstand. Schon am Samstag (20.01.) um 12:01 Uhr könnte es so weit sein, wenn die Regierung es bis dahin nicht schafft, einen ordentlichen oder temporären Haushalt zu verabschieden. Zweitens steht am kommenden Sonntag (21.01.) der SPD-Parteitag an, bei dem über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entschieden wird. Eine Ablehnung würde an den Märkten nicht ganz spurlos vorbeigehen, wenngleich ein derartiges Ergebnis nicht zwangsläufig zu Neuwahlen führen muss - eine Minderheitsregierung wäre ebenfalls möglich. Vom 23. bis 26.01. findet in Davos das jährliche Treffen führender Wirtschaftsexperten und Politiker statt, für das sich auch der US-Präsident Donald Trump angemeldet hat. Datenseitig könnten in den kommenden Tagen die PMI-Daten für die Eurozone sowie der Ifo-Index für Deutschland (zuletzt nahe Allzeithoch bei 117,2) die Erwartungen eines baldigen Endes des QE-Programms unterstreichen. In den USA ist auf das BIP für das vierte Quartal (26.01.) zu achten, das vermutlich erneut mit einer Rate von 3 % (QoQ, annualisiert) gewachsen sein dürfte. Insgesamt halten wir einen weiteren leichten Renditeanstieg für wahrscheinlich.


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