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MÄRKTE EUROPA/Angst vor Handelskrieg drückt DAX auf Jahrestief

Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Furcht vor einem Handelskrieg setzt am Freitagmittag die europäischen Börsen unter massiven Abgabedruck. Der DAX verliert 1,4 Prozent auf 11.930 Punkte - bei 11.825,51 hat er ein Jahrestief markiert. Der Euro-Stoxx-50 gibt 1,4 Prozent auf 3.303 nach.

US-Präsident Donald Trump hat am Vortag ein Memorandum unterzeichnet und Zölle auf chinesische Importe von bis zu 60 Milliarden Dollar angekündigt. Die chinesische Regierung kontert und hat Gegenmaßnahmen auf US-Importe im Wert von 3 Milliarden Dollar angekündigt. Betroffen sind vor allem landwirtschaftliche Produkte.

Die Zölle auf Stahl- und Aluminium-Produkte treten bereits am Freitag in Kraft. Dass die Europäer davon erst einmal ausgenommen sind, ist nur ein schwacher Trost. "Steigende Leitzinsen und Ängste um den Welthandel sind für die Börsen eine gefährliche Mischung", sagt ein Marktteilnehmer. Besonders der DAX als "Export-Index" sei negativ betroffen. Die Commerzbank warnt davor, dass Fehlkalkulationen auf beiden Seiten zu einer Eskalation führen können. Deutschland werde sich aus einem Konflikt kaum heraushalten können - dieser stelle das Land vor eine unangenehme Wahl, schließlich seien beide Länder äußerst wichtige Märkte für Deutschland.

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass zyklische Sektoren am Ende des Tableaus stehen, während defensive Branchen sich besser halten. Der Telekommunikationssektor im Stoxx steigt um 0,1 Prozent, Rohstoffwerte verlieren im Schnitt 1,6 Prozent und bilden das Schlusslicht.

DWS-Börsendebüt mit ungünstigem Termin 
 

Einen ungünstigeren Tag für ihr Börsendebüt hätte die Deutsche Bank für ihren Vermögensverwalter DWS kaum finden können. Der erste Kurs wurde mit 32,55 Euro festgestellt, und damit knapp über dem Ausgabepreis von 32,50 Euro. Inklusive Mehrzuteilung wurden 44,5 Millionen DWS-Aktien platziert, womit der Deutschen Bank rund 1,4 Milliarden Euro zufließen. Ursprünglich war auf bis zu 1,8 Milliarden Euro gehofft worden. Aktuell geht die DWS-Aktie auf Xetra bei 32,48 Euro um.

Adidas halten sich mit Abgaben von 0,6 Prozent besser als der Gesamtmarkt. Leicht stützend wirken hier starke Geschäftszahlen von Nike. Das Ergebnis je Aktie lag beim US-Konkurrenten 15 Cents über den Erwartungen, und auch der Umsatz ist unerwartet deutlich um 7 Prozent gewachsen. Allerdings weisen Händler auch darauf hin, dass sich noch nicht sagen lasse, ob sich ein Handelskrieg zwischen USA und China auf die in China gefertigten Adidas-Produkte auswirke.

Enel widerstehen dem Abverkauf 
 

Die Aktien des italienischen Versorgers Enel halten sich nach starken Geschäftszahlen mit Aufschlägen von 0,3 Prozent sehr gut im Markt. Der Gewinn konnte im vergangenen Jahr um 47 Prozent gesteigert werden und die Dividende wird unerwartet deutlich von 18 auf 23,7 Cent angehoben.

Im TecDAX brechen RIB Software nach einer Kapitalerhöhung ein. Warburg hat die Aktie in der Folge auf "Verkaufen" gesenkt. Bei einer Barposition von 100 Millionen Euro eine 10-prozentige Kapitalerhöhung anzukündigen, werde nicht wertsteigernd wirken, sind die Analysten überzeugt. Die Aktie bricht um 14,7 Prozent auf 26,46 Euro ein und notiert damit klar unter dem Platzierungspreis für die neuen Stücke von 28 Euro.

Vectron geraten mit dem Ausblick des Unternehmens stark unter Duck. Der Kurs verliert 7 Prozent auf 22,50 Euro. Vectron erwartet im Kassenkerngeschäft im laufenden Jahr nur eine "verhaltene Nachfrage" verglichen mit 2017.

=== 
INDEX               zuletzt         +/- %         absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.303,11         -1,35          -45,08          -5,73 
Stoxx-50           2.916,19         -0,92          -26,93          -8,23 
DAX               11.930,48         -1,40         -169,60          -7,64 
MDAX              25.233,43         -0,59         -149,67          -3,69 
TecDAX             2.558,65         -0,90          -23,17           1,17 
SDAX              11.944,47         -0,75          -90,78           0,48 
FTSE               6.921,90         -0,44          -30,69          -9,56 
CAC                5.099,78         -1,30          -67,42          -4,01 
Bund-Future         158,75%                         -0,06           -0,3 
 
DEVISEN             zuletzt         +/- %    Do, 8:03 Uhr  Mi, 17.28 Uhr   % YTD 
EUR/USD              1,2349        +0,23%          1,2353         1,2353   +2,8% 
EUR/JPY              129,73        +0,40%          130,75         130,75   -4,1% 
EUR/CHF              1,1698        +0,21%          1,1718         1,1719   -0,1% 
EUR/GBP              0,8743        +0,15%          0,8730         1,1454   -1,7% 
USD/JPY              105,06        +0,17%          105,85         105,84   -6,7% 
GBP/USD              1,4124        +0,07%          1,4149         1,4150   +4,5% 
Bitcoin 
BTC/USD            8.518,68         -2,2%        9.041,35       9.041,35  -37,6% 
 
ROHÖL               zuletzt     VT-Settl.           +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex             64,54          64,3           +0,4%           0,24   +7,1% 
Brent/ICE             68,98         68,91           +0,1%           0,07   +4,8% 
 
METALLE             zuletzt        Vortag           +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)        1.341,84      1.330,91           +0,8%         +10,94   +3,0% 
Silber (Spot)         16,55         16,43           +0,7%          +0,12   -2,3% 
Platin (Spot)        956,50        950,50           +0,6%          +6,00   +2,9% 
Kupfer-Future          2,99          3,01           -0,6%          -0,02   -9,6% 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

March 23, 2018 08:08 ET (12:08 GMT)

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