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Werden die Zinsen nie wieder steigen?

EZB-Präsident Mario Draghi steht vor einem großen Dilemma: Ausgerechnet jetzt, wo die lockere Geldpolitik eigentlich wieder zurückgefahren werden soll, droht der nächste Konjunkturabsturz. Werden Nullzinsen in Europa zum Dauerzustand?

Dass sich EZB-Präsident Mario Draghi nicht sehr wohl fühlt, konnte man ihm bei der Pressekonferenz zum EZB-Zinsentscheid in der vergangenen Woche stellenweise sehr deutlich ansehen. Betrachtet man das Dilemma, auf das sich die Währungshüter in der Eurozone zubewegen, ist die schlechte Stimmung durchaus verständlich.

Denn ausgerechnet jetzt, wo der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik auch in der Eurozone konkreter werden sollte, könnten eben die Voraussetzungen für ein Ende der Orgien des billigen Geldes wegbrechen.

Die Anleihekäufe der EZB sollen noch bis mindestens September gehen, und ab dem kommenden Jahr hätten dann eigentlich die Leitzinsen auch in der Eurozone wieder steigen können, so die Erwartung vieler Marktteilnehmer. Eigentlich höchste Zeit, dass die EZB eine Ausstiegsstrategie erarbeitet und den Markt darauf vorbereitet, wie die Geldpolitik in den kommenden Jahren aussehen soll. Doch die EZB rührt vorerst keinen Finger und hat bei der Ratssitzung in der vergangenen Woche nicht einmal über eine Änderung der Geldpolitik gesprochen, wie Draghi sagte.

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