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Statt ins US-Restaurant zu gehen, muss Europa lernen, wieder selbst gut zu kochen

Bislang regnete es vom amerikanischen Himmel Brei und Deutschland hatte immer den größten Löffel. Die USA waren nicht nur unser treuer Beschützer. Als Bewahrer des Freihandels sorgte Amerika vor allem dafür, dass der Export zum erfolgreichen deutschen Geschäftsmodell wurde. Doch mit Trump ist Schmalhans Küchenmeister im Weißen Haus geworden.

Das Schlaraffenland Made in USA wird geschlossen

Einen Vorgeschmack auf die amerikanische Handels-Diät bietet Trumps Iran-Politik. Mit seiner einseitigen Kündigung des Atomabkommens hat er ganz Europa außenwirtschaftliche Magerkost verordnet: Wenn unsere Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten im Iran nicht beenden, drohen ihnen in den USA Sanktionen. Wie drakonisch diese ausfallen können, haben die Milliardenstrafen für europäische Banken im Nachgang der Immobilienkrise gezeigt. Jedes europäische Unternehmen, dessen Management noch ganz bei Trost ist, wird sich jetzt aus dem Iran zurückziehen. Die im Vergleich zum Iran deutlich praller gefüllten Fressnäpfe in Amerika genießen Priorität. Niemand will es sich mit Küchen-Häuptling "Tweeting Bull" verscherzen.

Sollte Amerika Anfang Juni auch noch nachhaltige Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte verhängen, wird die EU schon aus Gründen der Gesichtswahrung Gegenmaßnahmen ergreifen. Diese würde Trump wiederum mit weiteren Zöllen auf z.B. deutsche Autos beantworten. Im schlimmsten Fall wird das nährreiche Geschäftsmodell Export zu low carb.

Aktuell muss man zwar noch nicht unken. Der Welthandel zeigt sich noch nicht "diätös". Doch hat sich die Exportstimmung in Deutschland bereits eingetrübt. Fast ein Viertel der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag befragten deutschen Unternehmen sieht in der steigenden Zahl von Handelsbarrieren und der Bevorzugung der eigenen Unternehmen - übrigens nicht nur in Amerika - ein Handelsrisiko.

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