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Top-Einflussfaktor Realzins

Die Rendite einer 10jährigen deutschen Staatsanleihe notiert aktuell bei 0,58 Prozent. Kauft man eine solche Anleihe und hält sie bis zur Endfälligkeit, beträgt die jährliche Verzinsung 0,58 Prozent. Den dem Finanzminister geliehenen Betrag erhält man nach 10 Jahren vollständig zurück - unter der Annahme, dass die Bundesrepublik zahlungsfähig bleibt.

Der nominale Zins beträgt 0,58 Prozent pro Jahr. In einer Phase der Deflation kann ein solcher Zinssatz ganz ok sein. Kommt es allerdings zu einer Inflationsrate, die über 0,58 Prozent liegt, verliert man real Geld. Deshalb ist die Angabe eines Realzinses für die Wirtschaftskraft von Individuen oder vom Staat von großer Bedeutung.

Die Ermittlung einer Inflationsrate hängt stets von Warenkorbinhalten und Messverfahren ab. Die Hedonik spielt in Europa keine Rolle, auf 99% der Warenkorbinhalte wird sie nicht angewendet. In den USA zeigt sich die Hedonik hauptsächlich bei den kalkulatorischen Mieten (25%-Warenkorb-Position), der Rest sind unbedeutsame Posten unter drei Prozent.

Allerdings beruhen die Daten zur kalkulatorischen Miete auf einer Selbsteinschätzung und werden nur zweimal pro Jahr erhoben. Deshalb stehen sie statistisch auf wackeligen Füßen. Die Selbsteinschätzung der Eigentümer führt häufig zu höheren Werten, als tatsächlich auf dem Markt zu erzielen ist. Wir nehmen deshalb - im Gegensatz zu beispielsweise Shadowsstats.com an -, dass die Hedonik in der US-Inflationsrate nahezu keine Rolle spielt. https://www.bls.gov/opub/mlr/2006/05/art2full.pdf

Die Berechnung einer Inflationsrate, die der Realität nahekommt, wird stets umstritten bleiben. Allein schon deshalb, weil Kaufkraft und Präferenzen der einzelnen Verbraucher unterschiedlich sind. Ein Wechsel vom Discounter zum Biomarkt ist in der Regel mit einem Anstieg der Ausgaben verbunden, entsprechend ist die gefühlte Inflation höher.

Die von Eurostat angegebene deutsche Inflationsrate lag im April bei 1,4 Prozent. Der reale Zinssatz für 10jährige deutsche Staatsanleihen beträgt somit -0,8 Prozent (Realzins = Nominalzins - Inflationsrate). Notiert die Inflationsrate höher als die Rendite eines Investments oder einer Sparanlage, so verlieren Anleger Kapital. Für Deutschland gilt derzeit: Je kürzer die Laufzeit, desto negativer ist die Realrendite (folgender Chart).

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© 2018 marktEINBLICKE
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2026 startet mit einem Paukenschlag: Der DAX outperformt den US-Markt, Nachzügler holen auf. Ein erstes Signal, dass der Bullenmarkt an Breite gewinnt. Während viele Anleger weiter auf die großen Tech-Namen setzen, hat sich im Hintergrund längst ein Umschwung vollzogen. Der Fokus verschiebt sich weg von überteuerten KI-Highflyern hin zu soliden Qualitätswerten aus der zweiten Reihe.

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