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Hat Trump der US-Notenbank den Krieg erklärt?

US-Präsident Donald Trump ist nicht nur bei den politischen Eliten in Washington alles andere als beliebt. Will die US-Notenbank durch höhere Zinsen eine Wiederwahl Trumps verhindern?

Höhere Zinsen mag eigentlich kein politischer Entscheidungsträger, schon gar nicht vor wichtigen Wahlen wie vor den im November anstehenden US-Kongresswahlen. Steigen die Zinsen, so wird dadurch fast automatisch die wirtschaftliche Aktivität gebremst. Egal ob es um die Finanzierung eines privaten Hauskaufs oder die Errichtung einer Fabrik geht: Neue Schulden sind in unserem Geldsystem für Investitionen und damit für die Wirtschaft als Ganzes überlebensnotwendig.

Das Zinsniveau, das bei kurzfristigen Krediten in erster Linie durch die Geldpolitik der Notenbank bestimmt wird, entscheidet darüber, zu welchen Kosten sich Privatpersonen und Unternehmen verschulden können und in welchem Umfang sie Investitionen tätigen können.

Kein Wunder also, dass US-Präsident Trump der Zinserhöhungskurs der US-Notenbank nicht recht ist. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters übte Trump jetzt wieder deutliche Kritik am Zinserhöhungskurs der Fed. "Nein, ich bin nicht begeistert", sagte Trump mit Blick auf die jüngsten Zinserhöhungen. Trump forderte die Fed auf, dass sie ihm "etwas helfen" solle.

Trumps Kritik ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed

Sehr ungewöhnlich ist, dass Trump seine Kritik am Kurs der Währungshüter öffentlich äußert - auch wenn er dies bereits in der Vergangenheit getan hat. Wegen der Unabhängigkeit der US-Notenbank haben frühere US-Präsidenten so gut wie nie öffentliche Kritik an der Fed geübt. Hinter den Kulissen dürfte allerdings der Versuch einer politischen Einflussnahme immer wieder vorkommen. So soll in den 60er-Jahren der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson den Fed-Präsidenten William McChesney Martin sogar körperlich angegriffen haben, weil er mit einer Zinserhöhung nicht einverstanden war. Johnson drückte Martin bei einem Treffen laut Zeugenberichten gegen eine Wand, um so seiner Kritik Nachdruck zu verleihen.

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