Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
ÖSTERREICH - Österreichs Ex-Kanzler und heutiger Oppositionschef Christian Kern (SPÖ) hat scharfe Kritik an seinem Nachfolger Sebastian Kurz (ÖVP) und seiner Koalitionsregierung geübt. "Österreich hat eine lupenrein rechtspopulistische bis rechtsdemagogische Regierung. Jeden Tag geht die Regierung mit dem Vorschlaghammer an unsere demokratischen Institutionen und erklärt, dass diese schlecht sind und nicht funktionieren", sagte Kern im Welt-Interview. Der Koalitionspartner FPÖ tanze Kurz "auf der Nase herum", so der SPÖ-Partei- und Fraktionschef. Kurz fügte hinzu: "Wir haben eine harte rechte Regierung, deren Bündnispartner Viktor Orbán und Matteo Salvini heißen." (Welt S. 6)
DÜRRESCHÄDEN - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schließt nach den Ernteausfällen durch den Dürre-Sommer weitere staatliche Nothilfen über die zugesagten 340 Millionen Euro nicht aus. "Wir werden natürlich den weiteren Verlauf der Ernte genau beobachten, vor allem bei Zuckerrüben und Kartoffeln", sagte die CDU-Politikerin. "Auch den Wald haben wir im Blick, dort wirkt sich Trockenheit aber erst über einen langen Zeitraum aus", fügte Klöckner hinzu. Sie betonte aber, dass die Auszahlung aller Nothilfen an strenge Kriterien gebunden werde. Nothilfe bekämen "nur Betriebe, die in ihrer Existenz gefährdet sind", kündigte Klöckner an. (Augsburger Allgemeine)
STEUERSENKUNG - Wegen der neuen Milliarden-Überschüsse fordern führende Unions-Politiker erstmals schnelle Steuer-Entlastungen. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht bisher erst ab 2021 die teilweise Abschaffung des Soli vor. Diese Entlastung müsse man wegen der weiter stark steigenden Steuereinnahmen nun vorziehen, so CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer: Vor allem für Familien mit "mit kleinen und mittleren Einkommen müsste noch mehr getan werden", so die CDU-Generalsekretärin. (Bild-Zeitung S. 2)
RENTE - SPD-Chefin Andrea Nahles fordert im Rentenstreit mit CDU und CSU eine Einigung in den nächsten Tagen. "Ich erwarte, dass die Union noch in dieser Woche unserem Rentenpaket zustimmt", sagte Nahles der Süddeutschen Zeitung. Die Pläne von Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sehen Verbesserungen bei der Mütterrente und für Erwerbsminderungsrentner sowie Entlastungen von Geringverdienern bei Sozialbeiträgen vor. Zudem soll das aktuelle Rentenniveau von 48 Prozent bis 2025 stabilisiert werden. Für die Zeit danach soll eine Kommission Vorschläge erarbeiten. Nahles bezeichnete das Paket als eine "Sicherheitsgarantie", als "Neustart für eine stabile Rente". (SZ S. 1/Welt S. 10)
USA - Frankreich unterstützt den Vorschlag von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), ein von den USA unabhängiges Zahlungssystem aufzubauen. "Ich möchte, dass Europa ein souveräner Kontinent ist, kein Vasall der USA", sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. "Und das bedeutet, Finanzinstrumente zu haben, die heute nicht existieren." Die USA nutzen die Vorherrschaft des Dollar auf den globalen Finanzmärkten, um weltweit Firmen zu belangen, die sich nicht an ihre Sanktionsgesetze halten. Unter Präsident Donald Trump sind beim Einsatz dieser Handelsblockaden fast alle Hemmungen gefallen. Vor allem die unilateral verhängten Sanktionen gegen den Iran und Russland verärgern die Europäer. Mahnende Stimmen kommen aus der Wirtschaft: "Ich warne vor Schnellschüssen", sagte Frank Sportolari, Chef der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, dem Handelsblatt. Das bestehende System habe "sich global bewährt". (Handelsblatt S. 7)
ZAHNÄRZTE - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Zahnärzte vor zu viel Konkurrenz schützen. So nehme er die Klagen der Zahnärzte über Praxisaufkauf durch private Kapitalgeber "sehr ernst". (FAZ S. 17)
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August 28, 2018 00:22 ET (04:22 GMT)
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