Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Union und SPD fallen in Umfrage auf Rekordtief
Die Regierungsparteien der großen Koalition sind in der Wählergunst auf ein Rekordtief gefallen. Im ARD-Deutschlandtrend, der seit 1997 erhoben wird, verliert die Union aus CDU/CSU im Vergleich zum Vormonat drei Prozentpunkte und kommt auf 26 Prozent. Die SPD büßt ebenfalls drei Punkte ein und erreicht 15 Prozent. Damit bleiben die Parteien noch einmal deutlich unter den schwachen Wahlergebnissen der Bundestagswahl vor etwas mehr als einem Jahr. Die AfD liegt unverändert bei 16 Prozent, und damit vor der SPD.
Altmaier will Scholz für Entlastung der Wirtschaft ins Boot holen
Für seine geplante massive Entlastung der Unternehmen bei der Steuer setzt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf den Dialog mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Es brauche zusätzliche Entlastungsmaßnahmen für diejenigen, "die im wirtschaftlichen Leben (...) für Wachstum und Aufschwung verantwortlich sind", sagte der CDU-Politiker. "Ich werde das in der Bundesregierung mit dem Kollegen Olaf Scholz diskutieren", ergänzte er. Zuvor hatte das Handelsblatt berichtet, dass Altmaier die Unternehmen pro Jahr von Abgaben im Volumen von 20 Milliarden Euro befreien will.
Scheuer fordert mehr Geld von Diesel-Herstellern
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat im Kampf gegen die Luftverschmutzung in den Städten weitere Anstrengungen der Autoindustrie gefordert. Diese müsse sich finanziell stärker beteiligen als bisher angekündigt, sagte der CSU-Politiker im Bundestag. Die Bundesregierung habe da "noch offene Fragen". Er erwarte "attraktive Angebote", erklärte der Minister. Das Konzept der Bundesregierung seien nicht Strafen und Verbote, sondern Anreize für die Autobesitzer.
Hessen fordert beim Dieselkonzept Klarheit von Bundesregierung
Die hessische Landesregierung hat in einem offenen Brief die Bundesregierung dazu aufgefordert, offene Fragen bezüglich des Dieselkonzepts zu klären. Eine Klärung sei notwendig, damit sich das Land Hessen vor Gericht bei drohenden Diesel-Fahrverboten verteidigen könne, schrieben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz (beide Grüne) in dem am Donnerstag veröffentlichten Papier.
Scholz will mehr Informationen über Verschuldung von Staaten
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet bei der Tagung der G20-Länder und der Staaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali mit Fortschritten im Herangehen an weltweite Verschuldungsprobleme. "Ich bin zuversichtlich, dass wir uns in einigen Fragen hier verständigen können, beispielsweise dass wir mehr Informationen brauchen über den Grad der Verschuldung einzelner Länder", sagte er im Tagungsort Nusa Dua. Er erwarte, "dass sich mehr Staaten daran beteiligen werden, ihre zentralen Kenndaten allen anderen Ländern zur Verfügung zu stellen".
EZB drängt hochverschuldete Euro-Länder zu Schuldenabbau - Protokoll
Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die hochverschuldeten Regierungen der Eurozone aufgefordert, den wirtschaftlichen Aufschwung der Region zu nutzen, um Schulden zu tilgen. Und sie warnten davor, dass höhere Staatsausgaben die Stärke des Währungsblocks untergraben könnten, wie aus dem Protokoll der Sitzung vom 13. September hervorgeht. Hintergrund der Warnung bildet der Ausverkauf an den italienischen Aktien- und Anleihemärkten.
Altmaier: Soft-Brexit nach wie vor möglich
Eine Woche vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen über einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union erfolgreich abgeschlossen werden können. Ein Soft-Brexit sei nach wie vor möglich, sagte der CDU-Politiker. Bei einem Treffen mit dem britischen Handelsminister Liam Fox am Mittwoch in Berlin seien sich beide einig gewesen, dass die Chance auf eine vernünftige vertragliche Regelung vorhanden sei.
Nordirische Kleinpartei droht May bei Brexit mit Entzug der Unterstützung
Die erzkonservative nordirische Democratic Unionist Party (DUP) hat der Regierung von Premierministerin Theresa May am Donnerstag mit dem Entzug ihrer Unterstützung gedroht, sollte sie einem Kompromiss mit der EU zu Nordirland zustimmen. Die Partei, mit deren Hilfe May in London regiert, lehnt jegliche Warenkontrollen zwischen Nordirland und Großbritannien nach dem Austritt aus der Europäischen Union ab. EU-Chefunterhändler Michel Barnier hatte aber am Mittwoch neue Kontrollen im Warenhandel zwischen Großbritannien und der Provinz Nordirland als unvermeidlich bezeichnet.
Österreich verlängert Grenzkontrollen bis Mai 2019
Österreich hat seine Grenzkontrollen im Schengenraum um weitere sechs Monate verlängert. Die Regierung in Wien habe die EU-Kommission informiert, dass die Kontrollen bis zum Mai 2019 fortgesetzt würden, sagte eine Sprecherin der Behörde in Brüssel. Sie erstrecken sich auf die Grenzen zu Ungarn und Slowenien. Genehmigen muss Brüssel die Verlängerung nicht.
Trump plant Treffen mit Xi Ende November - Kreise
Im Handelskonflikt zwischen den USA und China bemüht sich Washington offenbar um eine Entspannung der angespannten Lage. Das Weiße Haus treibe Pläne für ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping Ende November voran, sagten Vertreter beider Nationen. Es soll eine Lösung für den sich zuspitzenden Handelskonflikt gefunden werden, der die Märkte rund um den Globus erschüttert und die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt massiv beeinträchtigt hat.
Preisauftrieb in den USA bleibt gedämpft
Der Preisauftrieb in den USA ist im September gedämpft geblieben, ein Zeichen dafür, dass die Inflation weiter unter Kontrolle ist, da ein starker Dollar die Importpreise drückt und die Energiekosten sinken. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, stiegen die Verbraucherpreise nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet. Die für den August gemeldete Preisentwicklung von plus 0,2 Prozent wurde bestätigt. Dadurch sank die Jahresteuerung auf 2,3 (Vormonat: 2,7) Prozent, die niedrigste Rate seit Februar.
Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gestiegen
In den USA sind in der Woche zum 6. Oktober mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl auf saisonbereinigter Basis um 7.000 auf 214.000 Anträge, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 208.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert mit 207.000 bestätigt. Der gleitende Vierwochendurchschnitt erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 2.500 auf 209.500.
US-Realeinkommen steigen im September
Die Realeinkommen in den USA sind im September gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im August ein Anstieg um 0,1 Prozent zu verzeichnen. Das durchschnittliche Wocheneinkommen betrug den Angaben der Behörde zufolge im September saison- und inflationsbereinigt 372,94 US-Dollar nach 372,06 Dollar im Vormonat.
US-Rohöllagerbestände stärker gestiegen als erwartet
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 5. Oktober stärker ausgeweitet als erwartet. Sie stiegen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 5,987 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Anstieg um 1,5 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 7,975 Millionen Barrel erhöht. Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) war mit 9,7 Millionen Barrel eine Zunahme registriert worden.
Opec und Russland kompensieren Irans Förderrückgang
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und Russland haben im September ihre Förderung gesteigert. Sie glichen damit einen anhaltenden Rückgang der iranischen Produktion vor der Inkraftsetzung von US-Sanktionen mehr als aus, teilte das Ölkartell mit. In seinem monatlichen Ölmarktbericht meldete die Opec, dass ihre Rohölproduktion um 132.000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 32,76 Millionen Barrel pro Tag gestiegen ist.
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October 11, 2018 13:00 ET (17:00 GMT)
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