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Wirtschaftskommentar des Mannheimer Morgen

Mannheimer Morgen zur neuen Debatte über Diesel-Fahrverbote 
 
Überschrift: Viel Spaß in Brüssel 
 
Man kennt das aus dem Straßenverkehr: Anstatt marode Straßen oder Brücken endlich grundlegend zu sanieren, werden lieber Schilder für eine immer stärkere Geschwindigkeitsbeschränkung aufgestellt. Am Grundproblem freilich ändert das nichts. Genau nach diesem Muster will Angela Merkel nun offenbar drohende Dieselfahrverbote ausbremsen. 
Anstatt bei den Herstellern auf Nachrüstungen wie etwa den Einbau eines Katalysators zu drängen, die als das wirksamste Mittel gegen Fahrverbote gelten, sollen die Grenzwerte per Gesetz etwas großzügiger ausgelegt werden - auf dass die Schadstoffe weiter munter in die Atemluft gelangen. Die Idee klingt nicht nur dreist, sie ist es auch. Wozu braucht es dann überhaupt noch Grenzwerte, wenn sie nur auf dem Papier stehen? 
Merkels Vorstoß ist Wahlkampf pur. Ein verzweifelter Versuch, politisch auch ihren Kopf zu retten. Weil der CDU am kommenden Sonntag in Hessen ein massiver Einbruch droht, sollen wenigstens die Besitzer älterer Diesel-Fahrzeuge bei der Stange gehalten werden. Die Grenzwerte jetzt kurzerhand auszuhebeln, ist jedoch rechtlich ohnehin kaum machbar. Schließlich handelt es sich um Vorgaben der EU. Die lassen sich nicht einfach im nationalen Handstreich kassieren. Wenn Merkel ihren eigenen Vorstoß wirklich ernst nimmt, dann viel Spaß damit in Brüssel. 
 
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MANNHEIMER MORGEN 
Großdruckerei und Verlag GmbH 
Redaktion 
 
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Redaktionssekretärin 
 
amarx@mamo.de 
T +49 (0) 621 392-1332 
F +49 (0) 621 392-261490 
Dudenstraße 12-26 
68167 Mannheim 
www.mannheimer-morgen.de 
 
Sitz der Gesellschaft und Handelsregister Mannheim, HRB 2664 
Geschäftsführung: Dr. Björn Jansen, Jost Bauer 
 

(END) Dow Jones Newswires

October 22, 2018 14:23 ET (18:23 GMT)

© 2018 Dow Jones News
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