BERLIN (Dow Jones)--EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat sich in einem Vortrag in Berlin für eine "Diversität" in der europäischen Unternehmenslandschaft mit vielen kleinen Betrieben stark gemacht und sich dabei zurückhaltend zu der von Deutschland verfochtenen Idee europäischer "Champions" gezeigt. "Eine der wichtigsten Botschaften dieses Jahres ist, dass wir aus Diversität Stärke gewinnen", sagte sie. Das sei auch charakteristisch für die europäische Industrie, die "die Unterschiedlichkeiten erfolgreich" machten.
Vestager räumte in ihrem Vortrag beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein, der Wettbewerb in vielen Sektoren sei intensiver geworden, zusätzlich zu der Globalisierung der Märkte ändere sich die Technologie sehr schnell, und das Geschäft mit Daten entwickle sich exponentiell. "Eine falsche Abfahrt und man macht es richtig verkehrt", warnte sie. Schaffe man einen europäischen Champion und mache es falsch, "wäre das katastrophal". Deshalb gehe es nicht darum, einen großen "Gewinner" zu schaffen, sondern viele Betriebe zu unterstützen.
"Diversität ist Teil der Widerstandsfähigkeit", gab die Dänin zu bedenken. "Kein Unternehmen hat die geheime Formel, um genau zu wissen, was das nächste große Ding sein wird." Deshalb plädiere sie für eine "Diversität in der europäischen Firmenlandschaft", die auch den Kunden nutze, weil sie den Wettbewerb stärke. Vestager sprach sich aber dafür aus, dass Unternehmen innerhalb des erlaubten Wettbewerbsrahmens miteinander kooperieren sollten. Sie könnten beispielsweise ihre Daten poolen, regte die EU-Wettbewerbskommissarin an.
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November 19, 2018 11:02 ET (16:02 GMT)
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