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07.12.2018 | 19:10
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HSH Nordbank·Mehr Nachrichten von HSH Nordbank

Am heutigen Donnerstag (06.12.) findet in Wien die halbjährliche OPEC-Sitzung statt, auf der die Organisation der ölfördernden Staaten über mögliche Angebotskürzungen beraten und diese wohl auch beschließen wird. Darauf lassen nicht nur die in den vergangenen Wochen gemachten Aussagen der Energieminister Saudi-Arabiens und Russlands - das selbst nicht Mitglied der OPEC ist - schließen, sondern auch das Zusammentreffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin-Salman im Rahmen des G20-Gipfels in Buenos Aires (Argentinien). Auf dem Treffen verständigte man sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Rahmen der "OPEC+" im Jahr 2019. Dies interpretieren wir als eine Einigung im Vorfeld der eigentlichen OPEC-Sitzung, auch wenn im Rahmen des Aufeinandertreffens der beiden wichtigsten Produzentenländer innerhalb des Rahmenwerkes "OPEC+" keine Zahlen über den Kürzungsbedarf nach außen getragen wurden.

Den Kürzungsbedarf schätzen wir auf eine Spanne von 1,3 bis 1,6 Mio. Barrel/Tag im kommenden Jahr, basierend auf unseren Angebots- und Nachfrageprognosen. Die große Prognosespanne ist auf die Unsicherheit über den künftigen Produktionspfad in Libyen, Nigeria und Venezuela und die daraus resultierenden Produktionskürzungen zurückzuführen. Die Produktionskürzungen in dieser Größenordnung sind notwendig, um den zu dieser Jahreszeit unüblich starken Lageraufbau abzumildern und um die globalen Öllagerbestände auf dem Normalniveau, dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt, zu stabilisieren.

Die Ankündigung der erneuten Produktionskürzungen in das kommende Jahr hinein sollte die am Montag (03.12.) eingeschlagene Rallye bei den Ölpreisen fortsetzen und dazu beitragen, dass diese sich in der Handelsspanne von 65 bis 70 US-Dollar/Barrel stabilisieren. Eine derartige Preisspanne wäre gemäß dem aktuellen Lagerbestandsniveau gerechtfertigt. Darüber hinaus dürfte dieses Preisumfeld das Aktivitätsniveau im US-Schieferölsektor nicht überstimulieren. Gleichzeitig wäre ein dauerhafter Ölpreis bei rund 50 US-Dollar/Barrel (WTI) für die US-Schieferölindustrie nicht wünschenswert, da dies die Kostenstruktur der Produzenten untergraben würde.

Zum Jahresende sehen wir den Ölpreis nunmehr in einer Preisspanne von 65 bis 70 US-Dollar/Barrel. Im ersten Quartal dürfte der Ölpreis auf Brent-Basis durchaus nochmals die 75 US-Dollar/Barrel-Marke testen. Basierend auf Berechnungen auf Basis von Optionen auf Ölfutures sehen wir eine knapp 30%-ige Wahrscheinlichkeit, welche der Optionsmarkt dieser Preisentwicklung und damit einer Kürzung der Fördermenge um 1,3 Mio. Barrel/Tag zurechnet. Bei einer Verwirklichung der Angebotskürzungen im Umfang von 1,3 Mio. Barrel/Tag ggü. dem Oktober-Produktionsniveau sehen wir somit ein Preispotenzial von 6 % am Tag der OPEC-Sitzung.


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