Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Index steigt zum Jahresende stärker als erwartet
Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Dezember wesentlich deutlicher verbessert als erwartet. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf minus 17,5 Punkte von minus 24,1 im Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich eine Zunahme auf minus 24,0 vorausgesagt. Das ZEW warnte aber davor, die positiven Daten überzuinterpretieren.
Deutsche Maschinenbauer erwarten für 2019 schwächeres Produktionsplus
Die deutschen Maschinenbauer rechnen damit, dass sich der Produktionszuwachs 2019 wegen eines langsameren Weltwirtschaftswachstums mindestens halbieren wird. Der Branchenverband VDMA hält für 2018 an seiner Prognose von 5 Prozent realem Produktionszuwachs fest und rechnet für 2019 mit einem Plus von 2 Prozent. "Erwartet wird, dass sich das Tempo der Weltwirtschaft verlangsamen wird. Das wird auch im Maschinenbau, der eine Exportquote von beinahe 80 Prozent aufweist, zu spüren sein", teilte der VDMA anlässlich seiner Jahrespressekonferenz mit.
Insolvenzen in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit 1994
Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist weiter rückläufig. Mit 19.900 Unternehmenspleiten wurde 2018 der niedrigste Wert seit 1994 registriert, wie die Auskunftei Creditreform mitteilte. Gegenüber den Höchstständen 2003 und 2004 (39.470 und 39.270) haben sich die Fallzahlen damit halbiert.
Autoabsatz in China bricht im November erneut ein
Die Talfahrt des weltweit wichtigsten Automarktes hat sich im November beschleunigt. In China brachen die Verkäufe im November um 14 Prozent auf 2,55 Millionen Fahrzeuge ein. Das ist der fünfte Monat in Folge, in dem der Absatz schrumpft. Bezogen auf das Gesamtjahr berichtete der Herstellerverband China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) am Dienstag über ein Absatzminus von 1,7 Prozent.
Britische Löhne steigen mit höchster Rate seit Juli 2008
Die Löhne der britischen Arbeitnehmer sind in den drei Monaten bis Oktober mit dem höchsten Tempo seit Juli 2008 gestiegen, obwohl die Arbeitslosenquote zulegte. Die Belebung der Löhne erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins im nächsten Jahr anheben wird, obwohl jede Änderung der Geldpolitik auch davon abhängen wird, wie Großbritannien im März die Europäische Union verlässt.
Britisches Unterhaus soll bis zum 21. Januar über Brexit-Abkommen abstimmen
Die britische Regierungschefin Theresa May will dem Parlament ihr Abkommen zum EU-Austritt bis zum 21. Januar zur Abstimmung vorlegen. Die Abstimmung im Unterhaus werde "vor dem 21. Januar" stattfinden, teilte Mays Sprecher am Dienstag in London mit. May warb am Dienstag bei EU-Kollegen um Zugeständnisse, um eine Niederlage im Parlament abzuwenden.
Juncker sieht beim Brexit-Abkommen nur Raum für "Klarstellungen"
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Nachverhandlungen am Brexit-Vertrag mit Großbritannien erneut ausgeschlossen. "Es gibt keinen Raum für Neuverhandlungen", sagte Juncker im Europaparlament in Straßburg. Möglich seien aber "weitere Klarstellungen und weitere Interpretationen". Das vereinbarte Austrittsabkommen werde "aber nicht wieder aufgeschnürt".
Unions-Fraktion: Bundestag will Brexit-Abkommen nicht aufschnüren
Der Bundestag pocht laut der Unions-Fraktion auch nach der Absage der britischen Abstimmung über das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen darauf, dieses nicht wieder aufzuschnüren. In einer Erklärung wollten die Abgeordneten diese Woche das ausgehandelte Abkommen unterstützen und feststellen, dass dies ein "fein ausbalanciertes Verhandlungspaket" sei, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer. "Unsere Erklärung hat nach wie vor Aktualität", betonte er.
Deutsche Wirtschaft fordert Vorlage der EU-Notfallpläne für Brexit
Die deutsche Wirtschaft schlägt wegen der verschobenen Brexit-Abstimmung im britischen Parlament Alarm. "Die Europäische Kommission ist jetzt gefordert, ihre Notfallpläne so schnell wie möglich vorzulegen", verlangte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. Brüssel dürfe keine weitere Zeit verlieren, "denn Pläne lassen sich nicht über Nacht umsetzen".
Ifo-Institut ruft Europäer zu Zugeständnissen bei Brexit auf
Das Münchner ifo-Institut hat die Europäer aufgerufen, einen ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der EU durch Zugeständnisse zu verhindern. "Dies muss geschehen, um zu verhindern, dass der Deal durchfällt. Er muss auch für das Vereinigte Königreich annehmbar sein", betonte der ifo-Wirtschaftsprofessor Gabriel Felbermayr.
EZB-Anleihenkäufe verstoßen nicht gegen EU-Recht
Die milliardenschweren Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) verstoßen nicht gegen EU-Recht. Die Prüfung des Programms habe nichts ergeben, was dessen Gültigkeit beeinträchtigen könnte, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Das Bundesverfassungsgericht hatte den EuGH angerufen und selbst Bedenken geäußert.
Barclays: EZB signalisiert zwei bis drei Jahre Wiederlanlage
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird nach seiner Sitzung am Donnerstag nach Einschätzung von Barclays signalisieren, dass die Erträge fällig gewordener Anleihen noch für zwei bis drei Jahre wieder angelegt werden sollen. "Alles unter zwei Jahren würden die Märkte als hawkish auffassen", schreiben die Analysten der Bank in ihrem Ausblick auf die kommende Ratssitzung.
Banken fragen 0,498 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität nach
Die Nachfrage der Banken des Euroraums nach Liquidität der Europäischen Zentralbank (EZB) hat beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft zugenommen. Wie die EZB mitteilte, wurden 7,097 Milliarden Euro nach 6,599 Milliarden in der Vorwoche zum Festzinssatz von 0 Prozent zugeteilt. Die Gebote von 46 (Vorwoche: 44) Instituten wurden voll bedient. Die Banken des Euroraums besorgten sich damit 0,498 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität.
Frankreich droht laut Umfeld Macrons neuer EU-Defizitverstoß
Wegen der Zusagen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an die Protestbewegung der "Gelbwesten" droht dem Land im kommenden Jahr wieder ein Verstoß gegen die EU-Defizitvorgaben. Parlamentspräsident Richard Ferrand, ein enger Vertrauter Macrons, sagte am Dienstag, die Drei-Prozent-Grenze werde 2019 "vorübergehend" überschritten. Nach Angaben eines Regierungssprechers kosten die neuen Zugeständnisse den Staat "zwischen 8 und 10 Milliarden" Euro.
Studie sieht in Transparenzpflichten Verstoß gegen EU-Recht
Mehrere von der Europäischen Union (EU) erlassenen Publizitätspflichten verstoßen laut einer neuen Studie gegen das Unionsrecht. Sowohl das jüngst verschärfte Transparenzregister als auch das diskutierte öffentliche Country-by-Country Reporting dürften demnach einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof nicht standhalten, heißt es in der Untersuchung der Würzburger Rechtswissenschaftler Ralf Schenke und Christoph Teichmann nach Angaben der Stiftung Familienunternehmen, die die Erhebung in Auftrag gegeben hatte.
Große Koalition gewinnt in Umfrage deutlich
Die Parteien der Regierungskoalition haben in einer neuen Umfrage deutlich an Boden gewonnen. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU auf 29 Prozent und die SPD auf 15 Prozent und damit jeweils 1,5 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Insa-Meinungstrend, der nach der Wahl Annegret Kramp-Karrenbauers zur CDU-Vorsitzenden erhoben wurde. Die FDP verbessert sich im Vergleich zur Vorwoche um einen halben Punkt auf 10 Prozent. Grüne (17 Prozent), AfD (15 Prozent) und Linke (10 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt.
DJG/DJN/AFP/apo
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December 11, 2018 07:30 ET (12:30 GMT)
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