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Breite Unterstützung der Eurogruppe für Lane als EZB-Chefökonom erwartet

BERLIN (Dow Jones)--Die Euro-Finanzminister werden sich bei der Sitzung der Eurogruppe nach der Erwartung ihres Vorsitzenden Mario Centeno deutlich hinter die Kandidatur des irischen Zentralbankgouverneurs Philip Lane als Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) stellen. "Ich erwarte eine sehr breite Unterstützung für Philips Nominierung, weil er ein hoch qualifizierter und erfahrener Ökonom ist", sagte Centeno bei seinem Eintreffen in Brüssel.

Ausdrückliche Rückendeckung erhielt Lane von Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. "Wir unterstützen Herrn Lane", erklärte er. "Wir denken, er ist der richtige Mann am richtigen Ort." Er hoffe, dass alle übrigen Finanzminister derselben Ansicht seien. Lane werde "ein großartiger Chefökonom für die EZB" sein, zeigte sich der Franzose überzeugt.

Die Finanzminister wollen bei ihrem Treffen die Nachfolge des bisherigen EZB-Chefvolkswirts Peter Praet beraten. Einziger Kandidat dafür ist der 49-jährige Lane. Endgültig entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs aber erst bei ihrem Gipfel am 20. und 21. März über die Personalie. Bei ihrer Sitzung müssen sich die europäischen Finanzminister auch mit deutlichen schwächeren Wachstumsprognosen für die Euro-Länder befassen - besonders für Italien und Frankreich.

Kritik an Italien und Frankreich 
 

Centeno forderte angesichts dieser "temporären Verlangsamung" ein entschlosseneres Handeln der Politiker. "Wir wissen, dass die meisten Risiken politische Risiken sind, die wirklich ein Agieren der Politiker erfordern." Zwar seien die Fundamentaldaten der Ökonomien stark. "Es ist Zeit zu handeln", verlangte der portugiesische Finanzminister aber.

Von Italien forderte Centeno ein Festhalten an jüngst vereinbarten Budgetplänen, die Voraussetzung für Wachstum seien. EU-Kommissionsvizechef Valdis Dombrovskis betonte ebenfalls, es sei wichtig, "dass Italien an einer ordentlichen Fiskalpolitik festhält, um der Wirtschaft einen Umschwung zu erlauben".

Österreichs Finanzminister Hartwig Löger kritisierte neben Italien auch Frankreich für seine Budgetpolitik. Bei der Eurogruppe und dem Treffen aller Finanzminister der EU am Dienstag solle darüber noch einmal diskutiert werden. In beiden Ländern gebe es das Problem, "dass wir uns hier wahrscheinlich außerhalb der Rahmenbedingungen bewegen", sagte Löger mit Blick auf die europäischen Regeln.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/bam

(END) Dow Jones Newswires

February 11, 2019 10:06 ET (15:06 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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